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19.02.2019

Immer mehr Fälle von Parkinson: Droht eine Pandemie?

Die Zahl der Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, ist in den vergangenen Jahren in vielen Ländern gestiegen. Experten vermuten, dass im Jahr 2040 über 17 Millionen Menschen weltweit an Parkinson leiden könnten. Das wären fast dreimal so viele wie heute.
Parkinson, Pandemie, neurologische Erkrankungen

Über sechs Millionen Parkinson-Erkrankte gibt es bisher weltweit

Über sechs Millionen Menschen leiden schon heute an Morbus Parkinson. Und diese Zahl wird noch stark ansteigen – darin sind sich Experten einig. Wissenschaftler um Ray Dorsey von der University of Rochester haben nun eine Prognose für die weitere Entwicklung gestellt, sind aber auch der Frage nachgegangen, worauf der Anstieg zurückzuführen ist. Ihr Fazit: Im Jahr 2040 könnten über 17 Millionen Menschen weltweit an Parkinson erkrankt sein werden, etwa dreimal so viele heute. Neben der immer älter werdenden Bevölkerung sehen sie auch Umweltfaktoren als Grund für diese Entwicklung an. Angesichts der steigenden Zahlen sprechen die Forscher bereits von einer drohenden Pandemie.

Alternde Bevölkerung und Lebensstil sind Ursache der Verbreitung

Neurogische Erkrankungen sind mittlerweile der Hauptgrund für Behinderungen und die am schnellsten wachsende Zahl Betroffener ist unter den Parkinson-Patienten zu verzeichnen. Alleine von 1990 bis 2015 hat sich die Zahl der Parkinsonfälle auf über sechs Millionen verdoppelt. Den Autoren der aktuellen Studie zufolge würde nur der demographische Wandel dazu führen, dass im Jahr 2040 über 12 Millionen Menschen betroffen sind. Doch aufgrund von Umwelt- und Lebensstilfaktoren vermuten die Forscher, dass die Zahl sogar auf über 17 Millionen ansteigen könnte.

Warum aber sprechen die Forscher von einer Pandemie? „Parkinson ist zwar nicht infektiös, hat aber viele andere Merkmale einer Pandemie“, schreiben sie. So beträfen Pandemien große geografische Gebiete, neigten dazu, sich auszubreiten und zu wandern. All dies treffe auch auf Parkinson zu. So verschiebt sich das Problem offenbar immer weiter nach Osten, insbesondere nach China. Auch hier könnten Lebensstilfaktoren ein Grund sein.

 

Neue Therapien dringend erforderlich

Um eine Katastrophe abzuwenden, fordern die Studienautoren nun schnelles Handeln. Vor allem die Forschung, die Versorgung sowie die Prävention müsse dringend gestärkt werden. Es müsse unbedingt den Ursachen der Erkrankung auf den Grund gegangen werden und neue Therapien müssen entwickelt werden. Zurzeit ist der eigentliche Grund für die degenerative Erkrankung noch nicht bekannt und das bislang wirkungsvollste Medikament (Levodopa) ist bereits 50 Jahre alt.

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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