Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
05.05.2020

Ibuprofen: Beipackzettel warnt jetzt vor schwerer Hautreaktion

Der Beipackzettel von Ibuprofen und Ibuprofen-haltigen Arzneimitteln muss ergänzt werden: Gewarnt wird jetzt vor einer weiteren möglichen Nebenwirkung, einer schweren Hautreaktion.
Ibuprofen, Schmerzmittel

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Ibuprofen gehört eine starke Hautreaktion

Der Beipackzettel von Ibuprofen und Ibuprofen-haltigen Arzneimitteln muss ergänzt werden: Gewarnt wird jetzt vor einer weiteren möglichen Nebenwirkung, einer schweren Hautreaktion, der akuten generalisierten exanthemischen Pustulose (AGEB).

Beim ersten Auftreten von Anzeichen und Symptomen aller schwerwiegenden Hautreaktionen wie Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Hypersensibilität sollte Ibuprofen abgesetzt werden, meldete die Arzneimittelkomission der deutschen Apotheker (AKM).

Allergische Hypersensibilitätsreaktion

Im vergangenen Jahr wurde der PRAC, der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, aufgrund einiger Nebenwirkungsmeldungen aktiv und bewertete das Risiko für AGEP bei der systemischen Anwendung von Ibuprofen-haltigen Mono- und Kombinationsarzneimitteln. Im Ergebnis fordert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun zu entsprechenden Anpassungen der Produktinformationen auf.

Die AGEP gehört zu den schweren die Haut betreffenden Arzneimittelreaktionen, die zum Typ IV (Spättyp) allergischer Hypersensibilitätsreaktionen zählen. Klinisch äußert sie sich in Form von brennenden, juckenden, geschwollenen, zum Teil großflächigen Erythemen, innerhalb derer sich zahlreiche sterile Pusteln bilden. Die Hautsymptome werden fast immer von Fieber über 38 °C begleitet. Die Pusteln lösen sich spontan innerhalb weniger (4 bis 10) Tage auf und schuppen sich in typischen Fällen anschließend ab.

 

Ibuprofen: Beipackzettel warnt jetzt vor schwerer Hautreaktion

Der Beipackzettel warnt jetzt vor der schweren Hautreaktion. Zugleich bitte die AMK Apotheker, bekannt gewordene Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Ibuprofen und buprofen-haltigen Arzneimitteln zu melden.

Das gängige Schmerzmittel war unlängst in den Verdacht geraten, den Verlauf der COVID-19-Erkrankung zu verschlechtern. Die WHO hatte ihren entsprechenden Ratschlag, daher besser auf Paracetamol zurückzugreifen, aber wenig später zurückgenommen. In sozialen Netzwerken kursierte die Meldung, eine Studie der Med Uni Wien würde die schädliche Wirkung von Ibuprofen belegen. Die Studie existierte nicht. Es handelte sich um Fake-News.

Foto: Adobe Stock/shane

Foto: ©shane - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ibuprofen

29.10.2019

Nicht wenige Läufer nehmen vor dem Marathon Schmerzmittel ein. Doch Schmerzmittel vor dem Sport sind nach nach Ansicht von Experten tabu. Die Substanzen schädigen unter anderen die Blutgefäße.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Tumor Treating Fields (TTFields) hat die Behandlung des Glioblastoms um einen wichtigen Therapiebaustein erweitert. Die Wirksamkeit der Medikamentenkombination CUSP9v3 (Coordinated Undermining of Survival Paths by 9 Repurposed Drugs, Version 3) wird unterdessen noch erforscht. Forscher gehen auch Hinweisen nach, dass sich beide Therapien möglicherweise gegenseitig verstärken könnten.


Kopfbälle gehören zu den coolsten Spieltechniken im Fußball – doch sie haben ihren Preis. Eine Studie aus Schottland zeigt: Das Risiko für Profifußballer, später an neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder Demenz zu erkranken, ist dreieinhalb mal so hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Ein Spielertyp ist besonders in Gefahr.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin