Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Ibrutinib wirksam bei Waldenström Lymphom

Donnerstag, 19. Januar 2017 – Autor:
Für Patienten mit Morbus Waldenström gibt es eine neue Therapieoption: Das Krebsmittel Ibrutinib hat sich in einer internationalen Studie als äußerst wirksam erwiesen. Ärzte wollen das Medikament künftig nach Rückfällen einsetzen.
Eine Tablette am Tag: Patienten mit Morbus Waldenström profitieren von dem Leukämiemittel Ibrutinib

Eine Tablette am Tag: Patienten mit Morbus Waldenström profitieren von dem Leukämiemittel Ibrutinib – Foto: BestForYou - Fotolia

Morbus Waldenström ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems. Anders als etwa das B-Zell-Lymphom verläuft die Erkrankung jedoch langsam und nicht aggressiv. Darum wird es auch als indolentes Lymphom bezeichnet. Die Standardtherapie besteht aus der Kombination des Antikörpers Rituximab und einer Chemotherapie. Eine Heilung ist damit zwar nicht möglich, die meisten Patienten sprechen aber gut darauf an. Kommt es zu einem Rückfall, haben sich manchmal schon Resistenzen gegen den Antikörper gebildet. Die Symptome der Erkrankung lassen sich dann nicht mehr gut beherrschen.

Wenn die Standardtherapie versagt

Für diese Patienten eröffnet sich mit dem Krebsmittel Ibrutinib nun eine neue Perspektive. Wissenschaftler vom Universitätsklinikums Ulm hatte die Wirksamkeit des Tyrosinkinase-Inhibitors in einer internationalen Studie zeigen können. Über 80 Prozent der Patienten sprachen darauf an. Nebenwirkungen, wie sie bei Chemotherapien auftreten, wurden indes nicht beobachtet.

„Wir freuen uns, dass wir die Wirksamkeit dieses neuen Medikamentes, das diesen Patienten in Zukunft helfen wird, belegen konnten“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christian Buske. Schon nach wenigen Wochen habe sich die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert.

 

Ibrutinib ist ein Medikament gegen Leukämie

Patienten mit Morbus Waldenström leiden häufig unter Blutarmut sowie unter Nervenschmerzen oder Blutungsneigungen. Der Grund: Das seltene Lymphom befällt immer das Knochenmark befällt und produziert einen Antikörper der sich gegen Thrombozyten oder Gerinnungsfaktoren und gesunde Nervenzellen richten kann.

Ibrutinib gibt es in Tablettenform. Üblicherweise wird es bei Chronisch Lymphatischer Leukämie (CLL) Leukämie eingesetzt. Inwieweit es mit Rituximab bei Morbus Waldenström kombiniert werden kann, wird augenblicklich in einer weiteren Ulmer Studie untersucht.

Foto: © BestForYou - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Lymphom , Antikörper
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lymphom

24.03.2016

Lymphome des Zentralen Nervensystems sind Hirntumore mit einer relativ schlechten Prognose. Ärzte der Charité haben nun gezeigt, dass das Medikament Temsirolimus das Tumorwachstum für eine gewisse Zeit zum Stillstand bringen kann.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Erreger der durch Zecken übertragenen Lyma-Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Zur Entdeckung trugen Mütter aus Lyme (Connecticut) bei - daher der Name –, deren Kinder gehäuft an Gelenksentzündungen litten.


 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin