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Hygieneregeln: Wirksam auch gegen neue Corona-Mutanten

Kaum hat die Menschheit einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus entwickelt und die AHA-Regeln verinnerlicht, sorgen Virus-Mutanten aus Indien und Großbritannien für neue Aufregung. Helfen die gerade erst mühsam errungenen Maßnahmen jetzt noch? Zumindest für das Thema Hygiene kann eine Studie der Universität Bochum das bestätigen.
Desinfektionsteam in öffentlichem Verkehrsmittel.

Desinfektionsteam im Einsatz in einem öffentlichen Verkehrsmittel.

Je weniger Menschen sich gegen das Corona-Virus Sars-CoV-2 impfen lassen oder je später, desto mehr Ansteckungsfälle gibt es auf der Welt. Und je öfter das Virus weitergegeben wird und sich vermehrt, desto größer auch die Gefahr, dass bei dieser massenhaften Vermehrung durch Kopierfehler Mutationen entstehen: spontan auftretende, dauerhafte Veränderungen des Erbguts. Zunächst ist von dieser Veränderung nur die eine Zelle betroffen, in der das geschieht. Nur: Vermehrt sich das mutierte Virus weiter, wird die Veränderung an die Tochterzellen weitergegeben – und nimmt beim Coronavirus dann schnell ihren Lauf um die Welt.

Mutanten: Leichter ansteckend, schwerere Verläufe

Kaum hat die Menschheit einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus entwickelt und diese AHA-Regeln verinnerlicht, sorgen neue Varianten davon für neue Aufregung. „Besorgniserregend sind Varianten, die dem Virus einen Vorteil verschaffen, zum Beispiel indem es sich schneller vermehren kann, leichter ansteckend wird oder der Immunantwort besser entgehen kann“, heißt es in einer Mitteilung der Ruhr-Universität Bochum (RUB). „Die britische und die südafrikanische Variante haben mehrere Mutationen angesammelt, die sie leichter ansteckend machen und teilweise zu schwereren Krankheitsverläufen führen.“

 

Mutanten: „Ähnliche Oberflächenstabilität wie der Wildtyp“

Stellt sich die Frage: Helfen die mühsam errungenen Maßnahmen gegen die Urform des Coronavirus Sars-CoV-2 auch hier? Ein Forschungsteam von vier deutschen Universitäten (Bochum, Jena, Nürnberg und Duisburg-Essen) hat jetzt untersucht, wie die sogenannte britische und die südafrikanische Variante auf Desinfektion und Reinigung reagieren und wie lange sie auf verschiedenen Oberflächen infektiös bleiben. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, „dass die Mutanten unter Laborbedingungen eine ähnliche Oberflächenstabilität wie der Wildtyp aufweisen, aber durch Desinfektion und gründliches Händewaschen effektiv beseitigt werden können“.

Im Test: Antivirale Wirkung von Hitze, Seife, Alkohol

Das Team hat daher untersucht, wie lange die Varianten auf Oberflächen aus Stahl, Silber, Kupfer und auf Gesichtsmasken infektiös bleiben und wie sie mittels Seife, Hitze oder Alkohol unschädlich gemacht werden können. Es zeigte sich, dass beide Mutanten ebenso wie der Wildtyp des Virus durch die Behandlung mit mindestens 30-prozentigem Alkohol für mindestens 30 Sekunden beseitigt werden konnten. „Übliche Desinfektionsmittel wirken also gegen alle diese Varianten“, sagt Stephanie Pfänder, Professorin für Virologie in Bochum. „Gründliches Händewaschen mit Seife konnte ebenfalls die Ansteckungsgefahr bannen. Auch Hitze wirkt gegen das Virus: Nach 30 Minuten bei 56 Grad Celsius waren auch alle Varianten unschädlich gemacht.“

Wie lange halten sich Virus-Mutanten auf Oberflächen?

Um herauszufinden, ob sich die Stabilität der verschiedenen Mutanten auf Oberflächen voneinander unterscheidet, beobachteten sie die Menge der infektiösen Viruspartikel auf damit kontaminierten Oberflächen aus Stahl, Kupfer, Silber und auf chirurgischen und FFP2-Masken über 48 Stunden hinweg. „Die Oberflächenstabilität hat sich nicht zwischen den Virusvarianten unterschieden“, so RUB-Virologe Eike Steinmann. „Wie schon mehrfach beschrieben wirkt insbesondere Kupfer sehr stark antiviral auf die Viren“. Zusammenfassend konnte das Team keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Mutanten feststellen, was ihre Empfindlichkeit gegenüber Hygienemaßnahmen anbelangt.

Foto: AdobeStock/daniilvolkov

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Hauptkategorie: Corona
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