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Hormonersatztherapie könnte Risiko für Depressionen erhöhen

Freitag, 11. November 2022 – Autor:
Eine systemische Hormonersatztherapie für Frauen in den Wechseljahren könnte das Risiko für Depressionen erhöhen. Besonders bei Patientinnen bis 50 Jahren. Das zeigt eine dänische Studie.
Ein systemische Hormonersatztherapie, dazu zählen auch Sprays, kann das Risiko für Depressionen erhöhen

– Foto: Adobe Stock/RFBSIP

Eine systemisch verabreichte Hormonersatztherapie kann mit einem größeren Risiko für Depressionen vor und während der Menopause verbunden sein. Das zeigt eine im Fachmagazin JAMA Open Network veröffentlichte Studie. Das Risiko ist in den ersten Jahren nach Beginn der Therapie besonders hoch.

Während der Menopause sinken die Östrogen- und Progesteronspiegel. 60 bis 70 Prozent der Frauen leiden dann unter Wechseljahresbeschwerden wie Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen. Das soll die Hormon-Gabe verhindern.

Forscher werteten Rezepte über Hormonpräparate aus

Die landesweite Studie umfasste alle Frauen in Dänemark, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 31. Dezember 2017 45 Jahre alt waren. Ihnen waren nicht die Eierstöcke entfernt worden, sie litten nicht an Brustkrebs oder Krebs der Fortpflanzungsorgane. Sie wurden bis 31. Dezember 2018 beobachtet.

Die Forscher von den Bispebjerg and Frederiksberg Hospitals in Frederiksberg werteten dabei zwischen 1995 und 2017 eingelöste Rezepte verschiedener Arten von Hormonersatztherapie aus. Die Art der Verabreichung wurde in systemisch (oral oder transdermal) und lokal (intravaginal oder intrauterin) unterteilt.

 

Hormonersatztherapie könnte Risiko für Depressionen erhöhen

Die Ergebnisse zeigten, dass von 45 Jahren bis zu einem mittleren Alter von 56 Jahren 189.821 Frauen eine systemische oder lokal verabreichte Hormonersatztherapie erhielten (23 Prozent) und bei 13.069 eine Depression diagnostiziert wurde (1,6 Prozent).

Eine systemisch verabreichte Hormonersatztherapie wurde hauptsächlich vor dem 50. Lebensjahr begonnen und war mit einem höheren Risiko einer späteren Depression verbunden, besonders bei Frauen im Alter von 45 bis 50 Jahren. Darüber hinaus war das Risiko im Jahr nach Beginn der Behandlung sowohl mit Östrogen allein als auch mit Östrogen in Kombination mit Gestagen besonders erhöht.

Lokale Hormontherapie verringerte Depressionsrisiko ab 54 Jahren

Eine lokal verabreichte Hormonersatztherapie war bei Frauen unter 45 Jahren nicht mit einem Depressionsrisiko verbunden. Sie war sogar mit einem verringerten Depressionsrisiko verbunden, wenn sie nach dem 54. Lebensjahr begonnen wurde.

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