Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Hormon reduziert Appetit auf Süßes und Alkohol

Donnerstag, 21. Januar 2016 – Autor:
Ein von der Leber produziertes Hormon reduziert den Appetit auf Süßes und Alkohol. Das fanden zwei unabhängig voneinander arbeitende US-Forscher-Teams heraus. Ihre Studien wurden in der Zeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht.
Wer abnehmen will, muss auf Süßigkeiten weitgehend verzichten

Hormon mindert Lust auf Süßigkeiten – Foto: Nataliia Pyzhova - Fotolia

Beide Teams beschäftigten sich mit dem sogenannte Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21 (FGF21), der in der Leber als Reaktion auf einen hohen Kohlenhydrat-Spiegel produziert wird. FGF21 tritt dann in die Blutbahn - und sendet ein Signal an das Gehirn, dass das Verlangen nach Süßigkeiten unterdrückt.

Wissenschaftler der Universität Iowa injizierten normalen Mäusen FGF21 und setzten ihnen normale Ernährung und eine mit Zucker angereicherte Diät vor. Die Forscher beobachteten, dass die Mäuse nicht ganz aufhörten, Zucker zu essen, sie aber sieben Mal weniger als normal davon aßen.

Hormon mindert Appetit auf Süßes

Die Forscher untersuchten auch gentechnisch veränderte Mäuse, die FGF21 gar nicht oder 500 Mal mehr als normale Mäuse produzierten. Ihnen setzen sie ebenfalls beide Sorten Nahrung vor. Die Mäuse, die kein FGF21 produzierten, aßen mehr Zucker, die Mäuse, die eine Menge von FGF21 freisetzen, aßen weniger Zucker.

FGF21 könnte Menschen helfen, ihre Zuckeraufnahme besser zu steuern, etwa Diabetes-2-Patienten, sagte Co-Autor Lucas Bondurant in einer Mitteilung der Universität. Denkbar ist auch der Einsatz bei Adipositas-Patienten.

 

Hormon mindert Appetit auf Alkohol

FGF21 hat noch eine weitere Funktion: Es reduziert den Appetit auf Alkohol. Das fanden Forscher der University of Texas heraus. Erhöhte Mengen an FGF21 reduzierten bei Mäusen die Vorliebe für eine zuckerhaltige Lösung und für mit Alkohol versetztes Trinkwasser. Zugleich verringerte FGF21 die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der als so genanntes "Glückshormon" eine zentrale Rolle im Belohnungsverhalten spielt.

FGF21 könnte möglicherweise verwendet werden, um Alkoholismus zu behandeln, sagte Co-Autor Steven Kliewer in einer Mitteilung der Universität.

Foto: Nataliia Pyzhova

 

Weitere Nachrichten zum Thema Abnehmen

15.01.2019

Wer abnehmen will, muss sich oft erst im Dschungel der angebotenen Diäten zurechtfinden. Nun wurde in den USA die Mittelmeerdiät zur gesündesten und erfolgreichsten Diät gewählt. Damit wird eine Reihe früherer Studien bestätigt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Eine tückische Form des Bluthochdrucks ist die „maskierte Hypertonie“. Beim Arzt liegen die Blutdruckwerte im Normbereich – aber nachts oder im Alltag entgleisen sie. Besonders gefährdet: Menschen mit privatem oder beruflichem Stress – und sogar Jüngere.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin