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Hörsturz: Hyberbarer Sauerstoff verbessert Heilungserfolg

Donnerstag, 15. November 2018 – Autor:
Die hyperbare Sauerstoff-Therapie ist eine sinnvolle Zusatz-Behandlung für Patienten mit Hörsturz. Der Heilungserfolg ist größer als wenn sie nur die Standard-Therapie mit Kortikosteroiden erhalten.
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Bei einem Hörsturz kann die hyperbare Sauerstoff-Therapie helfen – Foto: ©pictworks - stock.adobe.com

Die hyperbarer Sauerstoff-Therapie, bei der die Patienten in einer Druckkammer reinen Sauerstoff erhalten, ist eine sinnvolle Zusatz-Behandlung für Patienten mit Hörsturz. Der Heilungserfolg ist größer als wenn sie allein die Standard-Therapie mit Kortikosteroiden erhalten. Das ergab eine Meta-Analyse südkoreanischer Wissenschaftler.

Sie werteten dafür bereits vorliegende Studien aus, drei randomisierte klinische Studien und 16 nicht randomisierte Studien. Diese umfassten insgesamt 2.401 Patienten mit plötzlichem sensorineuralem Hörverlust. Die Probanden waren im Durchschnitt 45,4 Jahre alt und zu 55,3 Prozent Frauen.

Hörsturz: Hyberbarer Sauerstoff verbessert Heilungserfolg

Dabei hatten die Patienten, die Sauerstoff und die Standard-Kortison-Therapie erhielten, eine um 61 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihr Hörvermögen vollständig wiederkehrte. Die Chance auf eine Erholung des Hörvermögens lag immer noch um 43 Prozent höher als bei den Patienten ohne Sauerstoff-Therapie. Das berichtet Dr. Tae-Min Rhee vom National Maritime Medical Center Changwon. Hyberbarer Sauerstoff kann also als sinnvolle Zusatz-Therapie zur Kortison-Behandlung gelten.

Eine Detail-Analyse ergab, dass ein Druck von über 2,5 bar nicht von Vorteil war. Die Patienten genasen eher bei einem Druck von höchstens oder unter 2,5 bar. Zudem war der Erfolg bei Patienten, die zu Beginn einen schwereren Hörverlust erlitten und die den Sauerstoff über eine Dauer von insgesamt mindestens 1200 Minuten erhielten, größer.

 

Sauerstoff fördert Gefäßreparatur im Innenohr

In der Druckkammer nehmen Lungen mehr Sauerstoff auf als dies bei normalem Luftdruck der Fall ist. Damit erhöht sich auch der Sauerstoff-Gehalt im Innenohr, was die Gefäßwiederherstellung befördert. Rhee und Kollegen gehen von einer Durchblutungsstörung des Innenohres als Ursache für den Hörsturz aus.

Allerdings steht die Sauerstofftherapie nicht in allen Krankenhäusern zur Verfügung. Nicht zu empfehlen ist sie für Menschen, die an Klaustrophobie leiden, in der Vorgeschichte einen Lungen-Kollaps erlitten oder kürzlich am Ohr operiert wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin JAMA Otolaryngol Head Neck Surgery veröffentlicht.

Foto: pictworks/fotolia.com

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