. Hörverlust

Hörschäden: Sozial benachteiligte Kinder besonders gefährdet

Viele Jugendliche hören zu laut Musik. Das kann ihr Gehör irreversibel schädigen. Besonders Hauptschüler und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien sind gefährdet.
Oft Hörschäden bei Jugendlichen

Viele Jugendliche hören zu laut Musik.

Viele Jugendliche hören Musik über Kopfhörer, und unterwegs ist häufig der MP3-Player im Einsatz. Doch zu lautes und häufiges Musikhören schadet dem Gehör und kann dauerhaft zu einem Hörverlust führen. Heute hat bereits jeder vierte Jugendliche nachweisbare Hörprobleme. Im Rahmen der „Ohrkan“-Studie untersuchten Wissenschaftler die Daten von mehr als 2000 Schülern zwischen 13 und 19 Jahren über einen Zeitraum von drei Jahren. Ziel war es, Ursachen und Risiken für Hörschäden bei Jugendlichen zu erkennen. Dabei ging es neben den Hörgewohnheiten der jungen Erwachsenen auch um die finanzielle Situation der Eltern, den besuchten Schultyp und die Herkunft.

Neben dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit war an der Studie auch die Uniklinik Regensburg beteiligt. Bei der Befragung erklärten 85 Prozent der Jugendlichen, tragbare Musikabspielgeräte wie MP3-Player zu benutzen. 21 Prozent der Befragten gehörten zu einer Risikogruppe, die zu laut und zu häufig Musik hörten. Es zeigte sich, dass darunter besonders viele Hauptschüler und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien waren.

Lautstärke auch vom Musikstil abhängig

Schon lange stehen der Musikkonsum über tragbare Musikabspielgeräte sowie der Besuch von Diskotheken oder Konzerten im Verdacht, für Gehörschäden unter Kindern und jungen Erwachsenen verantwortlich zu sein. In einer anderen Studie wollten Wissenschaftler der HNO-Klinik Universität in Santiago de Chile daher die Lärmbelastung durch verschiedene Player und Kopfhörer testen. Gesunde Probanden sollten unterschiedliche Musikstile hören und dabei ihre bevorzugte Lautstärke einstellen. Dabei wurden auch verschiedene Hintergrundgeräusche eingespielt.

Hörschäden durch Kopfhörer

Die Forscher stellten fest, dass Kopfhörer von MP3-Playern einen Schalldruckpegel von 126 Dezibel erreichen können. In der Stille wählten die meisten Studienteilnehmer eine Lautstärke von 85 Dezibel. Doch je nach Hintergrundgeräuschen und Musikstil veränderten sie die Lautstärke. Bei typischem Verkehrslärm drehten 40 Prozent der Probanden die Lautstärke auf über 94 Dezibel auf, bei Hip-Hop wählten sie häufig bis zu 100 Dezibel. HNO-Ärzte raten, Musik möglichst mit der niedrigsten Lautstärke zu hören, um Schäden zu vermeiden.

Foto:mekcar/fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Hören

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.