. Verband fordert Verbesserungen

Hochschulambulanzen – geschätzt, aber unterfinanziert!

Hochschulambulanzen sind in der Bevölkerung bekannt und werden sehr geschätzt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD), das der Verband in Zusammenhang mit der aktuellen Gesetzgebung in Auftrag gegeben hat.

Im Notfall in die Hochschulambulanz - das ist oft der erste Weg!

„Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des VUD zeigt, dass dieses Versorgungsangebot, das es nur an Universitätsklinika gibt, eine hohe Relevanz hat. Die Ambulanzen an den Uniklinika sind in der Bevölkerung bekannt und geschätzt. Fast zwei Drittel aller Befragten kennen diese Einrichtungen. Fast jeder fünfte Deutsche war bereits Patient in einer Hochschulambulanz und hat dort positive Erfahrungen gemacht“, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung.

Hochschulambulanzen laut Umfrage aus öffentlichen Versorgung nicht mehr wegzudenken

„Diese Ergebnisse zeigen ganz deutlich, dass die Hochschulambulanzen aus der ambulanten Versorgung in Deutschland nicht mehr wegzudenken sind. Dies muss jetzt auch im aktuellen Gesetzgebungsprozess nachvollzogen werden: Der Versorgungsauftrag der Hochschulambulanzen muss gestärkt werden“, so das Fazit von Professor Michael Albrecht, Vorsitzender des VUD.

Die Umfrage unterstreiche die Bedeutung der universitären Einrichtungen für die überregionale medizinische Versorgung. Hochschulambulanzen gibt es nicht flächendeckend in Deutschland, sondern ausschließlich an den Standorten der 33 Uniklinika. Bisher sind die Hochschulambulanzen gesetzlich auf Zwecke von Forschung und Lehre begrenzt. In der Praxis spielen sie laut VUD aber eine immer größere Rolle zur Sicherung der Patientenversorgung. So steigen die Fallzahlen laut Verband seit Jahren rapide - sowohl Patienten als Ärzte fragten die Angebote immer stärker nach.

 

Verband fordert bessere Finanzierung der Hochschulambulanzen - und breiteren Zugang

„In den Eckpunkten zur Krankenhausreform kündigten Bund und Länder an, die Hochschulambulanzen als Einrichtungen der Patientenversorgung besser zu finanzieren. Sie sollten über das für Forschung und Lehre erforderliche Maß hinaus auch jene Patienten behandeln dürfen, die aufgrund der Art, Schwere oder Komplexität ihrer Erkrankung einer speziellen Untersuchung oder Behandlung bedürfen“, fordert der VUD. So sollten die Universitätsklinika seiner Meinung nach in Zukunft „angemessene Fallzahlen“ vergütet bekommen. „Denn seit Jahren behandeln die Universitätsmediziner faktisch deutlich mehr Patienten, als sie von den Krankenkassen vergütet bekommen. Hierin liegt eine wesentliche Ursache für die aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Uniklinika“, schreibt der Verband.

„Erfreulicherweise hat die Bundesregierung in ihren Eckpunkten zur Krankenhausreform einen breiteren Zugang zu den Hochschulambulanzen in Aussicht gestellt. Das käme auch den Patienten und ihren Angehörigen zugute, die dieses Angebot offensichtlich nutzen und schätzen“, wird Prof. Dr. Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages, zitiert. Allerdings erreiche die aktuell vorliegende gesetzliche Neuregelung nicht das Ziel, einen breiten Zugang zu den Hochschulambulanzen zu sichern. „Wir setzen darauf, dass der Gesetzgeber die Versorgungsrealität nun auch im Gesetz abbildet“, fordert VUD-Vorsitzender Albrecht.

Foto: Fotolia - Christian Müller

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

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