. Welt-Aids-Tag 2016

HIV: Zahl der Neuansteckungen geht nicht zurück

Etwa 3.200 Menschen haben sich 2015 in Deutschland neu mit HIV infiziert. Die Zahl ist gegenüber den Vorjahren unverändert. Das gab Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), zum Welt-Aids-Tag 2016 bekannt.
Welt-Aids-Tag

Die Zahl der HIV-Neuansteckungen ging 2015 nicht zurück

Nach Angaben des RKI lebten Ende 2015 rund 84.700 Menschen in Deutschland mit HIV. Die am stärksten von HIV betroffene Gruppe sind weiterhin Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Von den 3.200 Neuinfektionen im Jahr 2015 erfolgten 2.200 bei MSM, 750 wurden auf heterosexuellem Wege übertragen, 250 bei intravenösem Drogenkonsum.

Im Jahr 2015 gab es geschätzte 460 Todesfälle bei HIV-Infizierten. Von den 84.700 HIV-Infizierten wissen geschätzte 12.600 nichts von ihrer Infektion. Mit Spätdiagnosen sind höhere Sterblichkeit und höhere Behandlungskosten verbunden. Zudem kann das Virus durch ungeschützten Sex unbeabsichtigt weitergegeben werden.

HIV: Zahl der Neuansteckungen geht nicht zurück

Um die Zahl der Neuansteckungen zu senken, müssten die Barrieren für die Tests auf HIV und andere sexuell übertragene Infektionen identifiziert und abgebaut werden, forderte das RKI. Circa 60.700 HIV-Infizierte werden mit antiviralen Medikamenten behandelt. Daraus lässt sich ableiten, dass fast 11.000 HIV-Infizierte zwar von ihrer Infektion wissen, aber keine Medikamente nehmen. Auch in der Hinsicht müssten Zugangsbarrieren ausgemacht und beseitigt werden.

Unter den 84.700 Menschen mit HIV in Deutschland sind etwa 11.750 Personen mit einer Herkunft aus dem Ausland, die sich auch im Ausland mit HIV infiziert haben. Die größte Gruppe sind 6.300 in Afrika erworbene Infektionen, hier dominieren Infektionen über heterosexuelle Kontakte.

 

Empfehlung zum Kondom-Gebrauch nach wie vor aktuell

Bei den 2.700 in anderen Ländern Europas erworbenen Infektionen dominieren MSM und intravenös Drogen Gebrauchende, die übrigen Infektionen wurden in Asien, Amerika und Australien erworben. Die Empfehlung, Kondome zu verwenden, bleibt Grundpfeiler der HIV-Präven­tion und hat nichts an Aktualität verloren, betont der RKI-Präsident Wiehler.

Foto: nito/fotolia.com

Autor: bab
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