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HIV in Deutschland: Weniger Neuerkrankungen, aber 450 Todesfälle

Die Zahl der HIV-Neuerkrankungen ist in 2017 leicht gesunken. Trotz großer Fortschritte in der Behandlung ist eine HIV-Infektion eine potenziell tödliche Erkrankung. Laut Robert Koch-Institut sollen 450 Menschen mit oder an HIV gestorben sein.
HIV/AIDS Deutschland

Immer noch sterben in Deutschland Menschen an HIV/AIDS

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen leicht rückläufig ist. So haben sich im Jahr 2017 etwa 2.700 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, 2016 waren es 2.900. Der größte Rückgang ist demnach in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), zu verzeichnen - von 2.300 im Jahr 2013 auf 1.700 in 2017.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) führt diese Entwicklung auf die erfolgreiche Präventionsarbeit und die guten Behandlungsmöglichkeiten zurück. Deutschland gehöre zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa, sagte er. „Aber der Kampf gegen HIV und AIDS ist damit noch lange nicht vorbei. Wir wollen die Zahl der Neuinfektionen weiter senken!“, so Spahn.

AIDS immer noch präsent

Dass dieser Kampf wichtig ist, zeigen weitere Zahlen des RKI: Etwa ein Drittel aller Menschen hat bei der HIV-Diagnose in Deutschland bereits ein sehr geschwächtes Immunsystem und knapp die Hälfte davon eine AIDS-Erkrankung. Zwar können Medikamente dann noch das HI-Virus in Schach halten, aber die Betroffenen bleiben ihr Leben lang gesundheitlich beeinträchtigt und haben meist keine normale Lebenserwartung. 2017 sind gemäß der neuen RKI-Schätzung etwa 450 Menschen mit oder an HIV gestorben.

 

HIV-Infektion oft unbekannt

Der Grund, dass heutzutage AIDS immer noch ausbricht, liegt an der oft viel zu späten Diagnose. In Deutschland gibt es geschätzt 11.400 Menschen, die nicht wissen, dass sie mit HIV infiziert sind. Diese Menschen sollen verstärkt über niedrigschwellige Testangebote erreicht werden. Der seit Oktober in Apotheken erhältliche HIV-Selbsttest gilt als wichtige Maßnahme. Darüber hinaus empfiehlt das RKI, Patienten mit sogenannten HIV-Indikatorerkrankungen generell auf HIV zu testen. Dazu zählen etwa eine Tuberkulose oder einer durch Pilze verursachte Lungenentzündung.

Insgesamt lebten Ende 2017 geschätzt 86.100 Menschen mit HIV in Deutschland. Mit 53.000 Betroffenen sind MSM nach wie vor die größte Gruppe. Weiter sind rund 11.000 heterosexuelle Männer und Frauen sowie etwa 8.100 intravenös spritzende Drogengebrauchende mit HIV infiziert.

Autor: ham
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