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Hinrichtungen mit Giftspritze in Arkansas gestoppt

Schon seit Jahren wehren sich Pharmafirmen gegen die Verwendung ihrer Mittel für Hinrichtungen. Nun haben Todeskandidaten in Arkansas erfolgreich gegen den Gebrauch von Midazolam in der Giftspritze geklagt. Der Oberste Gerichtshof der USA hat die geplanten Hinrichtungen vorerst gestoppt.
Hinrichtungen in Arkansas aufgeschoben

Der Medikamenten-Cocktail in der sogenannten "Giftspritze" wirkt nicht immer zuverlässig

Seit Wochen gibt es Proteste gegen die aktuell geplante Hinrichtungswelle im US-Bundesstaat Arkansas. Acht Exekutionen sollten bis Ende April durchgeführt werden. Der Grund für die Eile: Demnächst läuft das Haltbarkeitsdatum der Midazolam-Bestände vor Ort aus – ein Mittel, das Teil des Medikamenten-Cocktails in der sogenannten Giftspritze ist und gegen dessen Verwendung bei Hinrichtungen schon lange protestiert wird. Nun hat der Oberste Gerichtshof der USA die geplanten Hinrichtungen vorerst gestoppt. Damit bestätigt er die Entscheidung eines Gerichts in Arkansas, das zuvor zwei der angesetzten Hinrichtungen blockiert hatte.

Midazolam als Wirkstoff bei Exekutionen umstritten

Midazolam, in Deutschland auch unter dem Namen „Dormicum“ bekannt, wird häufig in der Anästhesie verwendet, um Patienten vor einer Operation zu beruhigen. Seit 2013 wird das Medikament in den USA als Teil eines Giftcocktails bei Hinrichtungen verwendet. Zusätzlich werden die Substanzen Vecuronium und Kaliumchlorid verabreicht. Während Midazolam dem Todeskandidaten das Bewusstsein nehmen soll, wird er durch Vecuronium gelähmt, das Kaliumchlorid stoppt schließlich den Herzschlag.

Dass Midazolam überhaupt bei Exekutionen eingesetzt wird, war die Folge von Lieferengpässen des bis dahin häufig genutzten Pentobarbitals, eines Betäubungs- und Schlafmittels, das auch zum Einschläfern von Tieren benutzt wird und das bei ausreichend hoher Dosierung sicher und schnell zum Tode führt. Die dänische Firma, die Pentobarbital herstellt, kontrolliert jedoch dessen Vertrieb genau, um eine Auslieferung des Mittels an US-Gefängnisse zu verhindern. In Arkansas wird nun seit einiger Zeit der Medikamenten-Cocktail mit Midazolam verwendet. Dieser ist jedoch umstritten, da schon mehrere Häftlinge aufgrund einer fehlerhaften Verabreichung oder ungenügenden Wirksamkeit von Midazolam qualvoll gestorben sein sollen.

 

Pharmafirmen gegen die Verwendung ihrer Medikamente für Hinrichtungen

Unterdessen hat auch der Pharma-Großhändler McKesson geklagt und eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die der Gefängnisbehörde von Arkansas die Verwendung von Vecuroniumbromid untersagt. Vecuronium wird vom Pharma-Unternehmen Pfizer hergestellt, das den Gebrauch des Medikaments für Hinrichtungen jedoch ausdrücklich untersagt und seine Handelspartner auf eine entsprechende Lieferpolitik eingeschworen hat. Nach Angaben von McKesson hat sich die Gefängnisbehörde von Arkansas das Muskelrelaxans unter Vorspiegelung falscher Tatsachen beschafft, indem behauptet wurde, dass es ausschließlich zu medizinischen Zwecken eingesetzt werde. Die bisherigen Forderungen, das gelieferte Medikament zurückzugeben, wurden von der Behörde jedoch erfüllt.  

Foto: © DDRockstar - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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