. Männergesundheit

Heute ist Weltmännertag!

Männer haben eine kürzere Lebenserwartung als Frauen. Sind Männer weniger gesund oder weniger gesundheitsbewusst? Der Weltmännertag am 3. November will aufklären.
Männergesundheit

Weltmännertag: Männer sollten an ihren Körper denken

Weltmännertag 2013: Männer haben nach wie vor eine geringere Lebenserwartung als Frauen: Ein heute geborenes Mädchen wird voraussichtlich 83 Jahre alt, ein Junge dagegen nur 78 Jahre. Aber woher kommt es, dass deutsche Männer im Schnitt fünf Jahre weniger leben als Frauen? Der erste Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit aus dem Jahr 2010 zeigt vielfältige Ursachen auf. Demnach ernähren sich Männer ungesünder, trinken mehr Alkohol, Rauchen mehr und legen ein risikoreicheres Verhalten an den Tag als Frauen. In dem Bericht wurde auch deutlich, dass Gesundheitsangebote wie etwa Vorsorgeuntersuchungen nicht dem männlichen Selbstverständnis entsprechen.

Männer leiden lieber, als sich helfen zu lassen

„Viele Erkrankungen sind beim Mann mit Tabus belegt. Daher leidet er lieber, anstatt sich helfen zu lassen“, sagt Prof. Dr. Lothar Weißbach, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit anlässlich des Weltmännertags am 3. November. Gerade beim Thema Depression werde das offensichtlich: „Zwar sind viel mehr Frauen als Männer wegen einer Depression in ärztlicher Behandlung, aber dreimal mehr Männer nehmen sich das Leben“, so Weißbach.

Depressionen gehören laut Männergesundheitsbericht ebenso zu den Tabu-Erkrankungen für Männer wie Potenzstörungen und Prostatakrebs. Männer verdrängten lieber als zum Arzt zu gehen. „Männer haben oft eine falsche Scham, insbesondere wenn es um urologische oder psychische Erkrankungen geht“, meint Weißbach. Mit dieser Vogel-Strauß-Strategie schadeten sich die Männer selbst. Denn gerade bei Krebs ist eine Früherkennung wichtig.

 

Psyche und Potenz sind besonders tabu

Nach wie vor tabu sind auch Erektionsstörungen. Dabei können Erektionsstörungen jeden Mann treffen und sind häufiger verbreitet als angenommen. Experten gehen allein in Deutschland von vier bis sechs Millionen Betroffenen aus. Zwar nimmt die Häufigkeit von Potenzproblemen mit dem Alter zu, aber prinzipiell sind alle Altersgruppen betroffen. Stress und Leistungsdruck können ebenso ursächlich sein wie Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Hormonstörungen. Daneben kann auch die Lebensweise eine Ursache für Erektionsprobleme sein. Alkohol gilt beispielsweise als Potenzkiller.

„Wir möchten Männer ermuntern, sich im Bedarfsfall Rat bei einem ärztlichen Ansprechpartner zu holen“, sagt Weißbach und verweist auf eine Ratgeberreihe der Stiftung Männergesundheit. Auf der Internetseite der Stiftung können sich Männer kostenlos Ratgeber herunterladen. Verfügbar sind Hefte über Depression, Prostatakrebs und Erektile Dysfunktion (Erektionsstörungen).

Auch der Weltmännertag rückt das Bewusstsein der Männer für ihre Gesundheit in den Fokus. Der Aktionstag wurde im Jahr 2000 von der Stadt Wien, der Gorbatschow-Stiftung, Medical Connection und United Nations Office at Vienna (UNOV) ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr am 3. November statt.

Foto: © lassedesignen - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Depression , Erektionsstörung , Prostatakrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Männergesundheit

| Kaum einer weiß es, wenige Wissenschaftler erforschen es, Früherkennungsprogramme und Behandlungsstrategien fehlen: Dabei können auch Männer Brustkrebs bekommen. Erkrankte sind Einzelkämpfer – und erleben es als besondere psychische Belastung, von einer „Frauenkrankheit“ betroffen zu sein.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.