Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.08.2016

Herzmuskelentzündung bei Kindern häufig unerkannt

Eine Herzmuskelentzündung wird bei Kindern oft nicht oder erst spät erkannt. Zwar ist ihr Verlauf häufig mild, doch sie kann auch schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Tod führen. Daher ist es wichtig, ihre Anzeichen zu kennen.
Herzmuskelentzündung bei Kindern

Eine Myokarditis kann auf eine Grippe-Infektion folgen

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann entstehen, wenn bei einem Vi­rusinfekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts die Viren auch in den Herzmuskel eindringen. Daher geht einer Myokarditis häufig eine Grippeerkrankung voraus; sie kann aber auch auf eine Infektion mit Masern, Mumps, Röteln, Windpocken oder Streptokokken folgen. Da die Symptome denen von vielen anderen Kinderkrankheiten ähneln, wird anfangs meist keine Herzmuskelentzündung vermutet. Doch die Erkrankung kann sehr gefährlich sein. Daher ist es wichtig, sie rechtzeitig zu diagnostizieren, wie die Deutsche Herzstiftung jetzt betont.

Myokarditis kann zu plötzlichem Herztod führen

Gefährlich ist eine Herzmuskelentzündung vor allem, wenn sie chronisch wird. Es kann dann zur Narbenbildung (Fibrose) und in der Folge zur Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Atemnot und sogar zum plötzlichen Herztod kommen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 3.500 Kinder und Jugendliche so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei 20 bis 30 Prozent der betroffenen Kinder kommt es zu dauerhaften Herzschädigungen.

Zu den Symptomen einer Herzmuskel­entzündung gehören Abgeschlagenheit, Schwitzen ohne erklärbaren Grund, nächtliches Fieber, erhöhter Puls, Atemnot oder unbestimmte Brustschmerzen. Auch Bauchschmerzen und Übelkeit können Anzeichen sein. Besonders schwer trifft die Erkrankung Neugeborene. Bei ihnen ist auch das Risiko für einen plötzlichen Herztod am höchsten. Wenn Säuglinge schwitzen, blass sind, bläuliche Hände und Füße zeigen und nichts mehr essen wollen, sollten Eltern unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

Rechtzeitige Diagnose verhindert Spätschäden

„Es ist davon auszugehen, dass bis zum 15. Lebensjahr bei etwa zehn Pro­zent aller Kinder und Jugendlichen eine Myokarditis abgelaufen ist“, erklärt der Kinder­kardiologe Herbert Ulmer vom Beirat der Deutschen Herzstiftung. Rechtzeitig behandelt könnten etwa zwei Drittel der Spätschäden vermieden werden.

Bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung des Kindes sollten Eltern also so schnell wie möglich zu einem Kinderarzt, am besten zu einem Kinderkardiologen gehen. Betroffene Kinder sollten während der akuten Erkrankung im Bett bleiben und auch nach einer über­standenen Myokarditis mindestens sechs Wochen lang auf Sport und schwere kör­perliche Belastungen verzichten.

Foto: © BeTa-Artworks - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kinder

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.

Der sogenannte Bauernhof-Schutz gegen Allergien ist schon länger bekannt. Mit Beta-Laktoglobulin wurde ein Kuhmilch-Protein identifiziert, dass vor allem dafür verantwortlich ist. Das gibt es nun als Lutschtablette.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin