. Myokarditis

Herzmuskelentzündung bei Kindern häufig unerkannt

Eine Herzmuskelentzündung wird bei Kindern oft nicht oder erst spät erkannt. Zwar ist ihr Verlauf häufig mild, doch sie kann auch schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Tod führen. Daher ist es wichtig, ihre Anzeichen zu kennen.
Herzmuskelentzündung bei Kindern

Eine Myokarditis kann auf eine Grippe-Infektion folgen

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann entstehen, wenn bei einem Vi­rusinfekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts die Viren auch in den Herzmuskel eindringen. Daher geht einer Myokarditis häufig eine Grippeerkrankung voraus; sie kann aber auch auf eine Infektion mit Masern, Mumps, Röteln, Windpocken oder Streptokokken folgen. Da die Symptome denen von vielen anderen Kinderkrankheiten ähneln, wird anfangs meist keine Herzmuskelentzündung vermutet. Doch die Erkrankung kann sehr gefährlich sein. Daher ist es wichtig, sie rechtzeitig zu diagnostizieren, wie die Deutsche Herzstiftung jetzt betont.

Myokarditis kann zu plötzlichem Herztod führen

Gefährlich ist eine Herzmuskelentzündung vor allem, wenn sie chronisch wird. Es kann dann zur Narbenbildung (Fibrose) und in der Folge zur Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Atemnot und sogar zum plötzlichen Herztod kommen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 3.500 Kinder und Jugendliche so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei 20 bis 30 Prozent der betroffenen Kinder kommt es zu dauerhaften Herzschädigungen.

Zu den Symptomen einer Herzmuskel­entzündung gehören Abgeschlagenheit, Schwitzen ohne erklärbaren Grund, nächtliches Fieber, erhöhter Puls, Atemnot oder unbestimmte Brustschmerzen. Auch Bauchschmerzen und Übelkeit können Anzeichen sein. Besonders schwer trifft die Erkrankung Neugeborene. Bei ihnen ist auch das Risiko für einen plötzlichen Herztod am höchsten. Wenn Säuglinge schwitzen, blass sind, bläuliche Hände und Füße zeigen und nichts mehr essen wollen, sollten Eltern unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

Rechtzeitige Diagnose verhindert Spätschäden

„Es ist davon auszugehen, dass bis zum 15. Lebensjahr bei etwa zehn Pro­zent aller Kinder und Jugendlichen eine Myokarditis abgelaufen ist“, erklärt der Kinder­kardiologe Herbert Ulmer vom Beirat der Deutschen Herzstiftung. Rechtzeitig behandelt könnten etwa zwei Drittel der Spätschäden vermieden werden.

Bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung des Kindes sollten Eltern also so schnell wie möglich zu einem Kinderarzt, am besten zu einem Kinderkardiologen gehen. Betroffene Kinder sollten während der akuten Erkrankung im Bett bleiben und auch nach einer über­standenen Myokarditis mindestens sechs Wochen lang auf Sport und schwere kör­perliche Belastungen verzichten.

Foto: © BeTa-Artworks - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kinder

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Eine Studie zeigt: Zu viel Salz reduziert die Anzahl der Milchsäurebakterien im Darm. Dadurch können verschiedene Krankheiten entstehen. Probiotika hingegen können die Darmflora schützen.
Das Online-Programm iFightDepression der Deutschen Depressionshilfe scheint wirksam zu sein. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Teilnehmer ihre depressive Symptomatik damit von mittelgradig auf leicht verbessern konnten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Selbsttherapie professionell begleitet wird.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.