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03.06.2019

Herzinfarkt und Schlaganfall immer noch häufige Folgen von Diabetes

Nach wie vor sterben viele Diabetes-Patienten an Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die medikamentöse Therapie sollte diese Risiken beachten. Aber auch Lebensstiländerungen können zu einer Reduzierung des Risikos beitragen.
Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall

Diabetes kann zu schweren Folge-Erkrankungen führen und damit die Lebenserwartung verkürzen

Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 haben ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen und Komplikationen wie etwa Herzschwäche und akute Gefäßverschlüsse. Nach wie vor sterben etwa drei Viertel aller Betroffenen daran, vor allem am Herzinfarkt, gefolgt von Schlaganfall. Dadurch verliert zum Beispiel ein heute 60- jähriger Mann mit Diabetes im Vergleich zu einem Stoffwechselgesunden im selben Alter sechs Lebensjahre. Bei Herzinfarktpatienten mit Diabetes verkürzt sich die Lebenszeit im Durchschnitt sogar um zwölf Jahre. Das teilt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit.

Kardiovaskuläre Erkrankungen bei Diabetes häufig

Herzerkrankungen verschlechtern die Prognose und Lebenserwartung bei Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 deutlich. Daher sei es wichtig, das kardiovaskuläre Risiko frühzeitig individuell einzuschätzen, erklärt Professor Dr. med. Nikolaus Marx, Direktor der Medizinischen Klinik I, Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen. „Bei Menschen mit Diabetes und einer schon vorliegenden Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, Nierenschädigungen oder einer Fettstoffwechselstörung ist das Risiko für akute Herz-Kreislauf-Ereignisse, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sehr hoch.“

Die Risiken gelten insbesondere auch für Raucher. „Die meisten anderen Menschen mit Diabetes haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko – lediglich einige junge Patienten mit Diabetes Typ 1 können ein niedriges oder mäßig hohes Risiko aufweisen“, betont der Kardiologe.

 

Medikamentöse Therapien an Risiken anpassen

Die DDG fordert daher, dass medikamentöse Therapiestrategie an die Risikokategorie angepasst werden muss. Aber auch Lebensstiländerungen sind ein wichtiger Therapiebaustein: Raucher sollten eine strukturierte Beratung zur Tabakentwöhnung erhalten. Außerdem empfehlen Diabetologen eine mediterrane Diät, angereichert mit vielfach ungesättigten sowie einfach ungesättigten Fettsäuren. Darüber hinaus fördert Bewegung die Herz-Kreislaufgesundheit: „Menschen mit Diabetes sollten in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt mindestens 150 Minuten pro Woche moderat bis anstrengend körperlich aktiv sein“, so Marx.

Für die Entwicklung zukünftiger Therapien hoffen Diabetologen, dass Clusteranalysen großer klinischer Studien und Kohorten unter anderem zur Identifizierung neuer prognostischer Parameter beitragen. „Bislang wenig erforscht ist auch die Herzinsuffizienz bei Diabetes“, betont Marx. „Um für die Behandlung dieser Hochrisikopatienten individualisierte Strategien zu etablieren, benötigen wir dringend neue grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse und weitere Studien.“

Foto: © Piman Khrutmuang - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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