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19.09.2012

Hantavirus fordert Todesopfer in den USA

Mindestens acht Menschen sind nach Aufenthalten im kalifornischen Yosemite-Nationalpark am Hantavirus-induzierten Pulmonalen Syndrom (HPS) erkrankt. Drei von ihnen starben.
Hantaviren im Nationalpark

Hantaviren im Nationalpark

Die amerikanische Infektionsschutzbehörde CDC richtet ihre Warnung inzwischen an alle Menschen, die seit Anfang Juni im Yosemite-Nationalpark übernachtet hatten: Demnach könnte sich fast eine Viertelmillionen Menschen mit dem gefährlichen Hantavirus infiziert haben.

Seit Ende August sind drei US-Amerikaner am Hantavirus-induzierten Pulmonalen Syndrom (HPS) gestorben. HPS wird durch eine Infektion mit Hantaviren hervorgerufen, die nur in Nordamerika verbreitet sind. Im Yosemite-Park werden sie durch die Hirschmaus verbreitet, die dort nun gejagt und getötet wird. "Dieser Virustyp, das Sin-Nombre-Virus, ist weitaus gefährlicher als die Hantaviren, die in Deutschland vorkommen und löst auch ein anderes Krankheitsbild aus", teilt das Robert Koch-Institut in einer aktuellen Stellungnahme mit.

Hantaviren in Deutschland weniger gefährlich

Dennoch könnten sich auch deutsche Urlauber infiziert haben. "Ärzte sollten bei der Behandlung und Betreuung von Personen, die sich in den letzten Wochen im Yosemite-Nationalpark aufgehalten haben, differenzialdiagnostisch frühzeitig an Sin-Nombre-Hantavirus denken und eine gezielte virologische Diagnostik veranlassen - hierzu sind die in Deutschland üblichen Hantavirus-Tests geeignet", rät das Robert Koch-Institut. Ohne entsprechende Symptome sei die Durchführung des Tests aber nicht sinnvoll. In Yosemite infizierte Patienten sollten engmaschig auf die Entwicklung eines HPS überwacht und bei Bedarf umgehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

Symptome einer Infektion mit dem Sin-Nombre-Hantavirus treten in der Regel zwischen ein und sieben Wochen nach Infektion auf. Als frühe Symptome liegen Müdigkeit, Fieber und Muskelschmerzen fast immer vor. Darüber hinaus kann es auch zu Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, kommen. Vier bis zehn Tage nach der ersten Phase der Krankheit können die HPS typischen Symptome wie Husten, Kurzatmigkeit und zunehmende Atembeschwerden auftreten. Eine spezifisch gegen HPS gerichtete Therapie steht nicht zur Verfügung. Aber eine frühzeitige Diagnose und Behandlung auf einer Intensivstation verbessert die Prognose der Erkrankung erheblich. Durch eine intensivmedizinische Behandlung kann insbesondere die Zeit der schweren Atemnot überbrückt werden.

In den USA erkranken jedes Jahr zwischen 11 und 48 Menschen an HPS. Zwischen 1993 und 2009 wurden in den USA insgesamt 510 HPS-Patienten registriert. Rund ein Drittel der Erkrankten starb.

Foto: © Jakob Radlgruber - Fotolia.com

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