. Internationaler Tag der Patientensicherheit

Händehygiene unabdingbar für Patientensicherheit

Die Händedesinfektion gilt als die wirksamste Maßnahme gegen Krankenhauskeime. Zum Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September hat die Kommision für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (Krinko) ihre Empfehlungen dazu aktualisiert.
Händehygiene

Mit Händehygiene lassen sich Krankenhausinfektionen vermeiden

Die Hände des Personals in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen können bei Maßnahmen am Patienten sowie bei Kontakt mit der Patienten-Umgebung mit potentiell krankmachenden Erregern kontaminiert werden. Sie spielen damit eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Krankheitserregern, heißt es in einer Mitteilung des Robert Koch-Institutes in Berlin (RKI), bei der die Krinko angesiedelt ist.

Die aktualisierten Empfehlungen gehen auch auf mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance ein. Denn nicht immer hält sich das ärztliche oder pflegerische Personal an die Standards. Jährlich erkranken bis zu 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen, die besonders für ältere, multimorbide und immungeschwächte Patienten gefährlich sind. Interessierte können sich die Krinko-Publikation auf der Internetseite des RKI abrufen.

Händehygieneplan für Operateure, Pfleger und Putzteam

Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulante Operationen, Geburtshäuser, Rehabilitationseinrichtungen sowie Dialysezentren und Tageskliniken sind laut Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festzulegen.

Im Hygieneplan sind die Maßnahmen zur Händehygiene in Abhängigkeit von den Arbeitsaufgaben und den Besonderheiten der zu betreuenden Patienten sowie unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Berufsgruppen wie zum Beispiel Pflegedienst, OP-Team, Physiotherapie, Ergotherapie, Hebamme oder Reinigungsteam im Detail festzulegen und allen Mitarbeitern zugänglich zu machen.

Händehygiene verbessert Patientensicherheit

Es empfiehlt sich, an Händedesinfektionsplätzen zum Beispiel im Stationsdienstzimmer, in der OP-Funktionseinheit oder in unreinen Arbeitsräumen einen Händehygieneplan anzubringen, der auf Details wie erregerabhängige Desinfektion, Hautschutz, Hautpflege und Hygiene der Spender eingeht. Auf den Plänen wird festgelegt, wer, was, wann, womit und wie desinfiziert werden sollte. Es sei außerdem zu empfehlen, Patienten und Besucher in die Maßnahmen der Händehygiene einzubeziehen.

Die Händehygiene betrifft alle Personen, die in direkten ärztlichen oder pflegerischen Kontakt mit Patienten oder Heimbewohnern einschließlich der patientennahen Umgebung treten oder Tätigkeiten mit erhöhtem Kontaminationsrisiko (Abfallentsorgung, Wechsel der Bettwäsche) oder reine Tätigkeiten (Bereitstellung von Arzneimitteln oder Wäsche) durchführen.

Chirurgen protestieren gegen neue Norm für OP-Belüftungsanlagen

In ihren Empfehlungen listet die Krinko die Indikationen für die hygienische und die chirurgische Händedesinfektion, die Indikationen für nicht sterile und sterile medizinische Einmalhandschuhe, die Indikationen für das Händewaschen, die Anforderungen an die Spender für Händedesinfektionsmittel und Handwaschpräparate sowie begleitende Maßnahmen wie Hautschutz und Hautpflege auf.

Derweil protestieren deutsche Chirurgen und Hygieniker gegen einen aktuellen DIN-Normenentwurf zu "raumlufttechnischen Anlagen im OP". Diese sind ebenfalls eine potentielle Keimquelle. Der Entwurf untergrabe bestehende Qualitätsstandards und gefährde die Patienten, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der wichtigsten Fachverbände. Die hygienische Abnahme von Anlagen zur Belüftung eines OP-Saales soll künftig auf eine visuelle Prüfung reduziert werden, mögliche Störfaktoren wie OP-Leuchten und Deckenversorgungs-Einheiten werden nicht berücksichtigt. Dies wirke sich direkt auf die Patientensicherheit aus, erklärt die Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, Prof. Julia Seifert.

Foto: Volker Witt/Fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Hygiene , Händedesinfektion

Weitere Nachrichten zum Thema Hygiene

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Vom späten Nachmittag bis frühen Abend erleben etwa 20 Prozent der Patienten, die an einer Alzheimerdemenz leiden, eine Zunahme ihrer Symptome wie Aggressivität, Verwirrung, Angst oder Orientierungslosigkeit. Forscher haben nun die Ursachen für diesen Zusammenhang genauer untersucht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.