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29.05.2021

Hab ich Long-Covid? Studie identifiziert Risikofaktoren

Long-Covid kann noch Monate nach der Infektion noch auftreten. Das zeigen Ärzte der Uniklinik Köln in einer aktuellen Studie. Untersucht wurden Personen, die zuvor einen milden Krankheitsverlauf hatten. Dabei kristallisierten sich einige Risikofaktoren heraus, die nichts mit Vorerkrankungen zu tun haben.
Frauen sind von Long-Covid deutlich häufiger betroffen als Männer

Frauen sind von Long-Covid deutlich häufiger betroffen als Männer

Die Covid-Infektion verlief milde und liegt schon Monate zurück. Und plötzlich treten Symptome wie eine ungewöhnliche Müdigkeit, Geruchsstörungen oder Kurzatmigkeit auf. Dass es sich hierbei um keine Einzelfälle handelt, sondern um Long-Covid bzw. Post-Covid, zeigt eine aktuelle Studie der Universitätsklinik Köln.

Für die Studie hatte das Team um Prof. Dr. Clara Lehmann, Leiterin der Infektionsambulanz der Uniklinik Köln, Daten von knapp 1.000 Patienten mit überwiegend milden COVID-19-Verläufen ausgewertet, die nicht im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Studienteilnehmer wurden sieben Monate lang von den Infektionsmedizinern sowie Virologen des Klinikums begleitet. Bei jedem Besuch wurden die Antikörper (SARS-CoV-2-IgG) bestimmt, um die berichteten Symptome mit den Labor-Daten in Verbindung zu bringen.

Nach sieben Monaten noch krank  

Die Ergebnisse: Vier Monate nach der SARS-CoV-2-Infektion trat bei 9 Prozent der Patienten Kurzatmigkeit auf. 12 Prozent klagten über eine Geruchsstörung, 11 Prozent über einen Geschmacksverlust und 10 Prozent der Patienten berichteten eine ungewohnte Müdigkeit. Mindestens eines dieser charakteristischen Symptome trat bei 28 Prozent der Patienten im vierten Monat und bei 35 Prozent im siebten Monat nach Beginn der Infektion auf.

Diese Symptome werden als Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst. 123 Patienten von 958 Patienten hatten diese PCS – das entspricht rund 13 Prozent.

 

Mehrere Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind

Frauen waren in der Untersuchung mehr als doppelt so häufig von Post-COVID betroffen als Männer. Das Geschlecht scheint also ein Risikofaktor für die Entwicklung von Langzeit-Symptomen zu sein. Weitere Risikofaktoren waren bei den untersuchten Patienten ein niedrigerer Ausgangswert von Antikörpern (SARS-CoV-2-IgG), Riechstörungen sowie Durchfall während der akuten COVID-19-Erkrankung.

„Wir zeigen in der jetzt veröffentlichten Studie, dass langfristige gesundheitliche Folgen auch nach sehr mildem COVID-19 im ambulanten Umfeld auftreten können“, fasst Prof. Lehmann die Ergebnisse der Studie zusammen. Da bis zu 81 Prozent aller mit SARS-CoV-2-infizierten Patienten eine milde Erkrankung aufwiesen, sei zu erwarten, dass Post-Covid-Symptome eine größere Anzahl von Personen betreffen werde als ursprünglich angenommen.

Die Ergebnisse der Studie „Post-COVID Syndrome in non-hospitalised patients with COVID-19: a longitudinal prospective cohort study“ wurden jetzt im Fachmagazin  „The Lancet Regional Health“ veröffentlicht.

Foto: © Adobe Stock/ agenturfotografin

Autor: ham
Hauptkategorien: Corona , Medizin
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