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Gürtelrose: Der Windpockenerreger schlummert im Körper

Mittwoch, 26. Januar 2022 – Autor:
Gürtelrose wird durch die Reaktivierung des Windpockenerregers ausgelöst. Jeder dritte erkrankt im Laufe seines Lebens daran. Die gute Nachricht: Seit ein paar Jahren gibt es eine Impfung gegen die schmerzhafte Infektionskrankheit.
Gürtelrose ist vermeidbar durch eine Herpes Zoster Impfung

Gürtelrose ist vermeidbar durch eine Herpes Zoster Impfung – Foto: © Adobe Stock/ sashka1313

Die Generation der Babyboomer hat sie fast ausnahmslos durchgemacht: die Windpocken. Viele von ihnen haben im Laufe der Jahre erneut mit dem Windpockenerreger zu tun, und zwar in Form einer Gürtelrose. Diese Folgeerkrankung wird durch ebendiesen Erreger, dem Varizella-Zoster Virus ausgelöst, das tückischerweise in den Nervenzellen schlummert. Ist das Immunsystem geschwächt, sei es altersbedingt oder durch eine chronische Krankheit, Medikamente oder durch körperlichen oder psychischen Stress, kann das Virus „erwachen“. Die Aktivierung führt dann zu einer Gürtelrose. Etwa jeder dritte erkrankt im Laufe seines Lebens an der schmerzhaften Infektionskrankheit.

Symptome Gürtelrose

Typische Anzeichen sind flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die sich gürtel- bzw. bandförmig um den Rumpf legen, daher der Name „Gürtelrose“. In der Regel ist nur eine Körperhälfte betroffen. Da das Virus bei einer Aktivierung über die Nervenbahnen zur Haut "wandert" treten häufig noch vor Auftreten der typischen Bläschen starke, " einschießende" Schmerzen auf. Neben den brennenden oder stechenden Nervenschmerzen leiden die Betroffenen oft Monate unter Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Daneben kann Gürtelrose auch zu Sehstörungen, einem vollständigen Seh- und Hörverlust sowie in seltenen Fällen auch zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen. Bei etwa 30 Prozent der Betroffen kommt es zu Komplikationen oder Langzeitfolgen. In seltenen Fällen halten die Schmerzen ein Leben lang an.

Kinder werden heute routinemäßig gegen Windpocken geimpft, dadurch sind sie auch vor einer Gürtelrose geschützt. Die Windpockenimpfung wird seit 2004 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Kidner und Jugendliche empfohlen.

 

Impfung gegen Herpes Zoster schützt vor Gürtelrose

Doch wer einmal Windpocken hatte, wird das Varizella-Zoster Virus nicht mehr los. Vor einer Gürtelrose kann man sich dennoch schützen – durch eine Impfung gegen Herpes Zoster. Die STIKO empfiehlt die Gürtelrose-Impfung für Menschen über 60 Jahren als Standardimpfung und für Menschen mit Grunderkrankung ab 50 als sogenannte Indikationsimpfung.

Die Impfung und ihr Nutzen sind  jedoch kaum bekannt. „Ich erlebe in meiner medizinischen Praxis immer wieder, wie wenige Menschen ihr persönliches Erkrankungsrisiko für Gürtelrose kennen. Doch tatsächlich gehört jede Person zur Risikogruppe, die einmal im Leben Windpocken hatte und das sind bei den über 50-Jährigen nahezu 100 Pozent“, sagt Dr. med Andreas Leischker, Chefarzt der Geriatrie der Alexianer Tönisvorst GmbH und Gründungsmitglied der "AG Impfen" der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie.

Impfungen stärken das Immunsystem

Die Vorsorgeimpfung könne nicht nur vor einer ernsten vermeidbaren Krankheit schützen, sondern gleichzeitig auch die Widerstandsfähigkeit des Immunsystems verbessern und aufrechterhalten. Ein fittes Immunsystem könne außerdem Schutz vor weiteren Erkrankungen wie beispielsweise einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt im Zuge einer Gürtelrose-Erkrankung bieten, so der Altersmediziner. Grundsätzlich trage aber jede Impfung dazu bei, das Immunsystem zu stärken.

Hauptkategorie: Medizin
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