. Ernährung

Grüne Smoothies enthalten reichlich Zucker

Einige grüne Smoothies enthalten wenig Gemüse, reichlich Zucker und kaum Vitamine. Das ergab ein Test der Zeitschrift Ökotest. Nur sechs von 20 Produkten wurden empfohlen.
Grüner Smoothie

Grüne Smoothies enthalten oft mehr Obst als Grünzeug

Grüne Smoothies sind heute in nahezu jedem Supermarkt zu finden. Die Anteile an grünem Gemüse variieren dabei von wenigen Prozent bis weit über die Hälfte, heißt es in der Ökotest-Ausgabe 3/2017. Je mehr Obst enthalten ist, desto süßer und geschmeidiger ist der Drink. Beigemengt sind vor allem Äpfel und Bananen. Grüne Zutaten sind Spinat, Grünkohl und Gurke.

Aber auch weitere Zutaten werden untergemischt, etwa Pulver aus der Spirulina-Alge, Matcha-Tee oder Weizengrasextrakt. Der Trick der Hersteller: Manche dieser Pflanzenpulver lassen sich als sogenanntes Superfood oder Vitaminquelle bewerben, verstärken aber zugleich die grüne Farbe.

Weniger als zehn Prozent Gemüseanteil

Ökotest ließ 20 grüne Smoothies untersuchen. Sechs Produkte schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab, drei fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Im Mittelfeld halten sich "befriedigende" und "ausreichende" Noten die Waage.

Der Gemüseanteil sollte mindestens 20 Prozent ausmachen - dann ist zumindest eine gewisse Menge Grünzeug untergebracht. Sind nicht einmal zehn Prozent enthalten, reicht es maximal für ein "befriedigend". Solche Produkte sollten besser "Frucht-Smoothie mit Gemüse" heißen, meint Ökotest.

Grüne Smoothies enthalten reichlich Zucker

Vier Produkte enthalten mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter und damit ähnlich viel wie Coca-Cola. Das ist viel für ein Produkt mit gesundheitlichem Anspruch, denn pro Flasche kommen so schnell mehr als 25 Gramm zusammen. Der Zucker ist zwar nicht zugesetzt, übersteigt aber die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Erwachsene nicht mehr als 25 Gramm Zucker am Tag zu sich nehmen sollten. Die WHO bezieht dabei ausdrücklich den natürlichen Zucker aus Fruchtsäften mit ein.

In sechs Smoothies war kein Vitamin C nachweisbar. Auch insgesamt liegen die Gehalte in vielen Produkten auf einem niedrigen Niveau. Kein Wunder, die als Saft, Mark oder Püree eingesetzten Zutaten verlieren im Laufe ihrer Herstellung an Vitamin C. Zum Abbau des empfindlichen Vitamins trägt auch die Pasteurisierung zum Haltbarmachen bei. Hohe Gehalte lassen sich offensichtlich nur erreichen, wenn von Natur aus Vitamin-C-reiche Acerolafrucht zugesetzt wird.

Nur wenig Ballasstoffe im Smoothie

Die meisten Produkte enthalten mit rund einem Gramm pro 100 Milliliter nur sehr wenig Ballaststoffe. In einem Smoothie waren gar keine feststellbar. Dabei steckt in fast allen Produkten Mark oder Püree, das mit den ursprünglichen Früchten noch mehr zu tun hat als Saft. Doch bei der industriellen Herstellung bleiben oft nur die feineren Faserstoffe enthalten.

Bilanz: Die Noten „sehr gut“ erhielten der Saftig Smoothie Apfel- Grünkohl-Limette & Ingwer von AMC und der Alnatura Grüner Smoothie Gurke-Grünkohl-Spinat mit Apfel & Mango. Ein "gut" erreichten Edeka Deli Green Banane-Apfel-Gurke-Grünkohl mit Limette & Ingwer,  Solevita Green Smoothie Apfel-Gurke-Grünkohl-Pastinake (Lidl), Valensina Go Green Apfel-Ananas-Spinat-Brokkoli-Grünkohl und Antidote Juice Liquid Salad.

Foto: zefirchick06/Fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung

Weitere Nachrichten zum Thema Gesunde Ernährung

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Antibiotika-Resistenzen werden zu einem immer größer werdenden Gesundheitsproblem. Als mögliche Alternativen gelten Bakteriophagen. Nun wurde eine Forschungsinitiative gestartet, um Bakteriophagen als zugelassenes Arzneimittel zu etablieren.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.