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Grippe bei Säuglingen oft nicht erkannt

Dienstag, 5. November 2019 – Autor:
Die echte Grippe (Influenza) verläuft bei Säuglingen oft unspezifisch. Atemwegsbeschwerden fehlen. Das kann dazu führen, dass die Infektion nicht erkannt wird.

Bei Säuglingen verläuft die Grippe oft ohne die typischen Atemwegssymptome – Foto: ©Africa Studio - stock.adobe.com

Die echte Grippe (Influenza) verläuft bei Säuglingen oft unspezifisch. Atemwegsbeschwerden fehlen. Das kann dazu führen, dass die Infektion nicht erkannt wird. Das ergab eine Studie, die im Fachmagazin Lancet Child & Adolescent Health veröffentlicht wurde.

Finanziert wurde die Untersuchung von der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers of Disease Control und Prevention). Die Beobachtungsstudie wurde an Krankenhäusern in Albanien, Jordanien, Nicaragua und den Philippinen durchgeführt.

Grippe bei Säuglingen oft nicht erkannt

Dort wurden akut erkrankte Säuglinge im Alter von unter 1 Jahr untersucht, die innerhalb von 10 Tagen oder weniger nach Ausbruch der Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert wurden - und zwar in den Grippe-Saisons 2015/2016 und 2016/2017. Insgesamt wurden während der Grippe-Zeit 1.943 Säuglinge eingeliefert.

Von denen wurden 254 Kinder Influenza-positiv getestet. Doch bei 33 Prozent der 254 Kinder mit Grippe standen im Entlassungsbrief keine Atemwegserkrankungen, sondern andere Diagnosen wie Fieberanfälle, Sepsis, Dehydration oder andere nicht-atemwegsbezogene Viruserkrankungen. Das heißt, bei einem Fokus auf akute Atemwegsbeschwerden wäre die Influenza bei vielen Säuglingen nicht entdeckt worden.

 

Babys bekämpfen Infektion mit unreifem Immunsystem

Grippe bei Säuglingen wird ohnehin nicht so häufig untersucht wie bei Kindern im Allgemeinen. In den meisten Studien wurden Kinder in höheren Altersgruppen untersucht, zum Beispiel im Alter von bis zu 2 Jahren oder unter 5 Jahren.

Doch Babys, die mit Grippe ins Krankenhaus eingeliefert werden, leiden wahrscheinlich an ihrer ersten Grippeinfektion - und bekämpfen diese mit einem unreifen Immunsystem und unterentwickelten Atemwegen und Lungen. Um die Sache noch weiter zu komplizieren, treten Grippesymptome bei Babys häufig anders auf als bei älteren Kindern und Erwachsenen, wodurch es für Ärzte schwieriger wird, eine Grippeinfektion zu erkennen.

Impfschutz auch bei Schwangeren wichtig

Diese Ergebnisse unterstreichen die Gefahr einer Grippe für Säuglinge und die Bedeutung der Impfung zum Schutz von Babys, heißt es weiter in der Studie. Dazu zählt die Impfung von Schwangeren und Babys ab 6. Monaten sowie Vorsicht bei Kontakten zu Babys unter 6 Monaten, die zu jung sind, um geimpft zu werden. In den USA wird die Grippe-Impfung ab dem 6. Monat und für alle Altersgruppen empfohlen.

Foto: Africa Studio/Adobe.com

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