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Gluten-Gehalt von Getreide, Brot und Bier untersucht

Freitag, 9. Oktober 2015 – Autor:
Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer vorkommt. Die Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) und das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) untersuchten 43 Lebensmittel und Getränke auf ihren exakten Glutengehalt.
Dinkel und Weizen enthalten am meisten Gluten

Mehl, Backwaren und Bier wurden auf Gluten-Gehalt untersucht – Foto: photocrew - Fotolia

Die Ergebnis-Tabelle ist auf der Homepage www.kern.bayern.de als „Daten- und Faktenblatt“ nachzulesen. Dinkel und Dinkelmehle enthalten am meisten Gluten, gefolgt von Weizen und Weizenmehlen. Dinkelmehl Typ 630 kommt auf 10.300 mg Gluten pro 100 g Mehl, Weizenmehl Typ 450 auf 8.660 mg/100 g. Vergleichsweise wenig Gluten enthalten Roggen und Roggenmehle, Roggenschrot etwa liegt bei 3450 mg/100 g.

Bei Backwaren liegt das helle Brötchen vorn (9.183 mg), gefolgt von Weizentoast und Weizenvollkornbrot. Weitaus niedriger liegt Roggenbrot (1.200 mg). Bei den Bieren ist Weizenbier mit 274 mg Spitzenreiter, am wenigsten Gluten enthält Pilsener Lagerbier, mit 1,2 mg/100 g auch für Glutensensitive akzeptabel. Es folgen alkoholfreies Bier (3,2) und Malzbier (3,4).

Laut den EU-Lebensmittelregeln darf ein Lebensmittel die Aufschrift „glutenfrei“ beziehungsweise das entsprechende Symbol tragen, wenn es weniger 2 mg Gluten pro 100 g enthält.

Gluten bei Zöliakie und Gluten-Unverträglichkeit komplett meiden

Für Menschen, die an Zöliakie oder Glutensensitivität leiden, ist es unabdingbar, Gluten aus der Nahrung zu verbannen. Bei Zöliakie, einer immunvermittelten Darmerkrankung, bilden sich bei Aufnahme glutenhaltiger Lebensmittel die Darmzotten zurück. In Folge verringert sich die Oberfläche des Dünndarms und der Körper kann nicht genügend Nährstoffe aufnehmen.

„Die einzige Therapie dieser Erkrankung ist der lebenslange Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel, selbst Spuren von Gluten können bei Patienten Beschwerden auslösen“, sagt KErn-Leiter Dr. Wolfram Schaecke in einer Mitteilung.

Bei der Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität oder Weizensensitivität klagen Betroffene über körperliche Beschwerden, allerdings findet keine Schädigung der Darmschleimhaut statt. Beides sind keine Allergien – im Gegensatz zur Weizenallergie. Hier kommt es zur Ausschüttung eiweißspezifischer Antikörper, die im Blut nachgewiesen werden können.

Foto: photocrew


 
Hauptkategorie: Medizin
 

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