. Präventionsgesetz

Gesundheitsförderung ist eine Führungsaufgabe

"Ich bin zuversichtlich, dass es dieses Mal mit dem Präventionsgesetz klappt“, verkündete Simone Stammer, Referentin für Rechtsfragen der primären Prävention und Gesundheitsförderung im Bundesgesundheitsministerium beim Gesundheitskongress des Westens in Köln. Und wie gute Beispiele für Betriebliche Gesundheitsförderung aussehen können, zeigten Experten aus der Praxis.

Gesundheitsförderung im Betrieb ist eine große Herausforderung für alle!

Rund 40 Millionen Erwerbstätige könnten mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung  erreicht werden. Deshalb messe der Entwurf zum Präventionsgesetz dem Thema auch große Bedeutung zu. „Wichtig ist aber, dass hier die unterschiedlichsten Akteure – wie Betriebsrat, Unfallversicherung und Krankenkassen – an einem Strang ziehen“, so Simone Stammer gestern in Köln. 

BGF ist eine Aufgabe, die eine große Herausforderung für viele Unternehmen darstellt

Dass diese Koordinierungsaufgabe eine Herausforderung ist, die den Betrieben nicht immer leicht fällt, zeigten Beispiele aus der Praxis. Professor Dr. Jürgen Graf, Klinischer Direktor am Klinikum Stuttgart, zeigte in seinem Input-Vortrag unter dem Motto „BGM in Medizin und Industrie – Wunsch und Wirklichkeit“, wie schwer es ist, Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung zu erarbeiten und auch umzusetzen: „Für Porsche, die sogar an jeden Mitarbeiter eine einen Gewinnbeteiligung ausschütten können, mag BGF ja eine gute Investition sein. Aber für ein Krankenhaus, das am Ende des Jahres Millionendefizite hat, wird es schwierig, das Thema zu platzieren.“ Sein Klinikum investiere rund 250.000 Euro pro Jahr in Maßnahmen zur Prävention, was nicht viel sei – aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. „Dennoch muss ich sagen, dass wir mit unseren Maßnahmen viel zu selten die richtigen Mitarbeiter erreichen.“ Betriebliche Gesundheitsförderung werde meist am besten von denjenigen angenommen, die ohnehin schon gesundheitsbewusst leben. „Trotzdem sind die Maßnahmen wichtig, um einen kulturellen Wandel im Unternehmen einzuläuten.“ Gesundheitsförderung beginne eben mit gesunder Führung, so Graf.

Machen Sie Gesundheitsförderung zur Kür - und nicht die Pflicht, rät ein Experte

Bettina am Orde, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn See, stellte aus Sicht einer gesetzlichen Krankenkasse mit über 1,7 Millionen Versicherten Beispiele für betriebliche Maßnahmen auf. Unter anderem das Programm LIFE der Steag, das auch ein Modul speziell für junge männliche Mitarbeiter enthält – und das Programm „gut in Form“ der Kali + Salz, durch das Führungskräfte zum gesundheitsbewussten Arbeiten animiert werden. Wie BGF wirklich gut gelingen kann, zeigte Jürgen Strahl, Personalleiter bei der HanseMerkur in seinem Vortrag: „BGM – Pflicht oder Kür?“ Seine Antwort: Machen Sie aus dem Thema Gesundheitsförderung die Kür und genau das, was Ihre Mitarbeiter brauchen. Treiben Sie das Thema selbst - und machen Sie es nicht zu einer formalen Sache!“ Betriebliche Gesundheitsfördernd sei eine Aufgabe, die von der Führung gelebt werden - und von den Mitarbeitern getragen werden müsse. Sonst könne das beste Präventionsgesetz hier keinen Nutzen stiften, so die Diskutanten. 

Foto: Fotolia - Endostock

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Prävention und Reha

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