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Gesundheit im hohen Alter: 100 ist die neue 80

Samstag, 22. Juli 2017 – Autor: anvo
Hundertjährige sind in ihren letzten Lebensjahren gesünder als gedacht. Das haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin gezeigt. Ihrer Studie zufolge haben Menschen, die im Alter von einhundert Jahren und älter verstarben, weniger Erkrankungen als denjenigen, die zwischen 80 und 99 Jahren starben.
Hundertjährige

Hundertjährige sind heute so fit wie nie – Foto: ©aletia2011 - stock.adobe.com

Schätzungen gehen davon aus, dass jedes zweite Kind, das in diesem Jahrhundert in einem entwickelten Land lebt, ein Alter von 100 Jahren oder mehr erreicht. Doch ist ein besonders hohes Lebensalter mit zunehmenden Erkrankungen verbunden? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Charité nachgegangen. „Unser Ziel war es, darüber hinaus die Entwicklung der Anzahl der chronischen Erkrankungen, man nennt es Multimorbidität, und deren Verläufe am Lebensende bei Hundertjährigen besser zu verstehen“, erklärt Dr. Paul Gellert vom Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin The Journal of Gerontology: Medical Sciences.

Weniger Erkrankungen im hohen Alter

Für ihre Analyse untersuchten die Wissenschaftler Routinedaten der Kranken- und Pflegekasse Knappschaft über Diagnosen und Gesundheitsversorgung von rund 1.400 hochaltrigen Personen innerhalb des Zeitraums von sechs Jahren vor deren Tod. Für die Auswertung waren vor allem jene Erkrankungen ausschlaggebend, die gewöhnlich mit einem Versterben während eines Krankenhausaufenthaltes verbunden sind.

„Im Quartal vor dem Tod wiesen Menschen, die als Hundertjährige verstarben, im Durchschnitt 3,3 Erkrankungen auf, im Vergleich zu durchschnittlich 4,6 Erkrankungen bei denjenigen, die als Achtzigjährige starben“, fasst Dr. Gellert zusammen. „Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass der Zuwachs an Erkrankungen in den letzten Jahren vor dem Tod bei hochaltrigen Menschen geringer ausfiel, im Vergleich zu denjenigen, die mit 90 bis 99 Jahren oder 80 bis 89 Jahren starben.“

 

Demenz bei den Hochaltrigen häufiger

Bezieht man die im hohen Alter häufigen dementiellen Erkrankungen sowie Muskelskeletterkrankungen in die Auswertung ein, weist allerdings knapp die Hälfte der hundertjährig Verstorbenen fünf oder mehr Erkrankungen auf, wobei bereits mehr als 60 Prozent der 90-jährig Verstorbenen und 66 Prozent der 80-jährig Verstobenen auf dieselbe Anzahl an Erkrankungen kommt. Dementielle Erkrankungen und Herzinsuffizienz sind bei Hundertjährigen sogar häufiger anzutreffen als bei den jüngeren Hochaltrigen, während Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Niereninsuffizienz und chronische Erkrankungen bei ihnen seltener sind.

Foto: © Andrey Popov - Fotolia.com

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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