. Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gefäßerkrankungen: Neue Rolle für Freie Radikale?

Freie Radikale müssen offenbar nicht immer zu einer Schädigung der Gefäße führen, sondern können diese sogar schützen. Forscher des Universitätsklinikum Dresden konnten zeigen, dass die Dosis entscheidet, welche Wirkung von den reaktiven Sauerstoffverbindungen ausgeht.
"Gefäßerkrankungen: Neue Rolle für Freie Radikale?"

Freie Radikale wie Wasserstoffperoxid können in niedrigen Dosen offenbar die Gefäße schützen

Freie Radikale gelten als gefäßschädigend und werden mitverantwortlich für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Krebs, Rheuma und Schädigungen der Augenlinse oder der Netzhaut gemacht. Es handelt sich dabei um sauerstoffreiche Verbindungen, die wir mit der Atemluft und der Nahrung aufnehmen und die unser Körper auch ständig selbst bildet. Verstärkt werden Freie Radikale durch Luftverschmutzung, Rauchen oder Pestizide werden gebildet.

Gefäßschutz durch Freie Radikale?

Freie Radikale müssen jedoch nicht zwangsläufig gesundheitsschädlich sein. Schon seit einiger Zeit weiß man, dass sie auch bei der Immunabwehr mitwirken, da sie eine bakterizide Wirkung haben. Zudem vermutet man, dass Freie Radikale tumorsuppressiv wirken können, während sich gesundes Gewebe normalerweise durch endogene Radikalfänger gut gegen den zerstörerischen Einfluss der Sauerstoffverbindungen wehren kann. Dass die richtige Dosis von Freien Radikalen auch die Gefäße schützen kann, haben nun Forscher des Bereiches Gefäßendothel/Mikrozirkulation der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Uniklinikums Dresden gezeigt.

Zu den Freien Radikalen zählt unter anderem Wasserstoffperoxid (H2O2), das in hohen Konzentrationen für die Blutgefäße schädlich ist. Unter der Leitung von Professor Henning Morawietz sind die Forscher Heike Langbein und Dr. Coy Brunßen der Frage nachgegangen, ob die Verbindung in niedrigen Konzentrationen hingegen gefäßschützend wirken kann. Dabei konnten sie nachweisen, dass bei Übergewicht der Verlust der wichtigsten natürlichen Quelle von Wasserstoffperoxid in der Gefäßwand, der NADPH-Oxidase Nox4, zu verschlechterter Gefäßfunktion und vermehrter Arteriosklerose führt. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass Wasserstoffperoxid in niedrigen Konzentrationen den Blutdruck senken und Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen kann.

 

Synthetische Vitamine schützen nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diese Entdeckung könnte auch zu der Erklärung beitragen, warum die meisten Studien mit synthetischen Vitaminen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kaum positive Wirkungen gezeigt haben. Nach Auffassung der Studienautoren könnte die Aktivierung von körpereigenen protektiven Sauerstoffradikalen im Gegensatz zu den bisher bekannten schädigenden Effekten von oxidativem Stress eine neue therapeutische Strategie zur Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen. Bis diese Erkenntnisse in die therapeutische Praxis umgesetzt werden, müssen jedoch noch weitere Untersuchungen folgen.

Foto: © Zerbor - Fotolia.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Für Betroffene ist das Restless Legs Syndrom häufig eine Qual. Sie leiden nicht nur unter den unruhigen, kribbelnden und zuckenden Beinen, sondern auch unter der daraus folgenden Schlaflosigkeit. Die Deutsche Restless Legs Vereinigung gibt Tipps, wie den Beschwerden entgegengewirkt werden kann.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.