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24.05.2016

Gebrechlichkeit oft auf den ersten Blick erkennbar

In Folge des Alterungsprozesses kommt es bei vielen Menschen zur Gebrechlichkeit, einem komplexen Syndrom, das bei Therapieentscheidungen berücksichtigt werden sollte. Eine Studie hat nun gezeigt, dass Ärzte sehr gut auf den ersten Blick erkennen können, wer gebrechlich ist und wer nicht.
Gebrechlichkeit erkennen

Gebrechlichkeit ist relativ einfach erkennbar

Gebrechlichkeit ist keine Krankheit, sondern eine Folge des natürlichen Alterungsprozesses, wobei durchaus nicht alle alten Menschen gebrechlich werden. Das Syndrom umfasst verschiedene Symptome, nämlich Gewichtsverlust, subjektive Erschöpfung, Muskelschwäche, geringe physische Aktivität sowie Stand- und Gangunsicherheit. Ärzte sollten die Gebrechlichkeit ihrer Patienten kennen, da dies wichtig für die Entscheidung für oder gegen bestimmte Therapien oder Operationen sein kann. Allerdings erfordert die objektive Erfassung der einzelnen Symptome einen gewissen Aufwand. Eine Studie konnte nun zeigen, dass meist schon der erste Blick genügt, um die Gebrechlichkeit der Patienten einzuschätzen.

Wer gebrechlich ist, stirbt früher

Für ihre Analyse haben die Wissenschaftler um Brent O’Neill vom Royal Liverpool and Broadgreen University Hospital in Liverpool die Daten von 392 Patienten untersucht. Die Probanden waren im Durchschnitt 70 Jahre alt und wurden vor einem gefäßchirurgischen Eingriff einer subjektiven Einschätzung hinsichtlich ihrer Gebrechlichkeit unterzogen. Danach wurden die weiteren Therapieentscheidungen  multidisziplinär und unter Einbeziehung aller Befunde getroffen, hingen also nicht von der ersten, subjektiven Einschätzung der Ärzte ab.

Wie sich zeigte, starben innerhalb der folgenden vier Jahre 133 der 392 Patienten. Dabei war die Mortalität derjenigen Patienten, die von ihren Ärzten als gebrechlich eingeschätzt worden waren, doppelt so hoch wie die der anderen Probanden. Für dieses Ergebnis waren andere Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und Komorbiditäten bereits berücksichtigt worden.  

 

Gebrechlichkeit bei Therapieentscheidungen berücksichtigen

„Unsere Ergebnisse belegen, dass Kliniker sehr wohl auf den ersten Blick entscheiden können, welche ihrer Patienten gebrechlich sind“, erklären die Studienautoren. Aufgrund dieser ersten Einschätzung lasse sich auch ein mittelfristig erhöhtes Sterberisiko relativ sicher erkennen. Der Grund dafür ist, dass eine ausgeprägte Gebrechlichkeit neben der allgemeinen Schwächung auch zu einer verstärkten Infektanfälligkeit sowie einem erhöhten Risiko für weitere Erkrankungen führt. Wenn Ärzte den Eindruck haben, dass ihre Patienten gebrechlich sind, sollte dies daher in die Entscheidung bezüglich größerer Eingriffe einfließen und eine weitere Abklärung veranlassen.

Foto: © Peter Atkins - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Demografischer Wandel
 

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