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15.06.2018

Gängige Medikamente können Depression hervorrufen

Gängige Medikamente können als Nebenwirkung eine Depression hervorrufen. Das ist das Ergebnis einer US-Studie. Im Fokus standen dabei mehr als 200 verschreibungspflichtige Arzneimittel.
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Eine Depression kann sich auch als Nebenwirkung von üblichen Medikamenten herausbilden

Gängige Medikamente können als Nebenwirkung eine Depression hervorrufen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der University of Illinois. Für die Untersuchung wurden 2005/2006 bis 2013/2014 Patienten-Daten von 26.192 erwachsenen US-Bürger mit einem Durchschnittsalter von 46,2 Jahren ausgewertet.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei mehr als 200 häufig verwendeten, verschreibungspflichtigen Medikamenten Depression oder suizidale Gedanken als mögliche Nebenwirkung aufgeführt sind. Dazu zählen die Antibaby-Pille Blutdruck- und Herz-Medikamente, Protonenpumpenhemmer, Antazida und Schmerzmittel.

Gängige Medikamente können Depression hervorrufen

Insgesamt nahm mehr als ein Drittel (37,2 Prozent) der Probanden solche Medikamente ein. Dabei stieg die Zahl von 35 Prozent zum Beginn der Studie innerhalb von fünf Jahren auf 38,4 Prozent. Etwa 15 Prozent der Erwachsenen, die gleichzeitig drei oder mehr dieser gängigen Medikamente zu sich nahmen (Polypharmazie), erlebten als Nebenwirkung eine Depression.

Bei den Probanden, die keines dieser Medikamente erhielten, trat die psychische Erkrankung nur bei 5 Prozent auf. Bei denen, die eines dieser Medikamente einnahmen, lag die Rate bei 7 Prozent. Bei denjenigen, die gleichzeitig zwei dieser Medikamente einnahmen, waren es 9 Prozent.

 

Besonders Polypharmazie kann zu depressiven Symptomen führen

Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, die eine Suizid-Neigung als möglichen Nebeneffekt aufführten, erhöhte sich der Konsum innerhalb von fünf Jahren von 17 auf 24 Prozent, der gleichzeitige Konsum von drei oder mehr dieser Medikamente stieg von 2 Prozent auf 3 Prozent.

Fazit der Forscher: Polypharmazie kann zu depressiven Symptomen führen. Ärzte und Patienten müssten sich dieses Risikos bewusst sein, das mit allen Arten von üblichen verschreibungspflichtigen Medikamenten einhergehe, sagte Hauptautor Dima Qato, Assistant Professor am UIC College of Pharmacy.

Warnhinweise auf Medikamenten-Verpackungen fehlen

"Viele werden überrascht sein zu erfahren, dass ihre Medikamente, obwohl sie nichts mit Stimmungsschwankungen, Angstzuständen oder anderen Zuständen zu tun haben - die normalerweise mit Depressionen einhergehen - ihr Risiko für depressive Symptome erhöhen und zu einer Depressionsdiagnose führen können", so Qato. Zugleich gab es nur auf wenigen dieser Medikamente entsprechende Warnhinweise. Die entsprechende Studie wurde im Fachmagazin JAMA veröffentlicht.

Foto: steinerpicture/fotolia.com

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