. Sport

Fußball-WM: Auch Zuschauer sollten auf genug Bewegung achten

Während der Fußball-WM sollten auch die Zuschauer auf genug Bewegung achten. Die Deutschen sitzen im Schnitt 7,5 Stunden am Tag. Wäre dies eine Sportart, hätten sie Chancen auf den Weltmeistertitel.
sport, bewegung, training

Fußball-WM: Nicht nur die Kicker müssen rennnen - auch die Zuschauer sollten auf genug Bewegung achten

Auch die Zuschauer sollten während der Fußball-WM auf genug Bewegung achten. Denn die Deutschen sitzen im Schnitt 7,5 Stunden am Tag. Wäre dies eine Sportart, hätten sie Chancen auf den Weltmeistertitel. Zwei Drittel der Deutschen sind nicht mal eine Stunde pro Tag körperlich aktiv. Das erklärte der Hamburg-Bergedorfer Diabetologe Dr. Jens Kröger im Vorfeld der Fußball-WM. Der Mediziner ist Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, die auf einer Presseveranstaltung an Politik und Gesellschaft appellierte.

Forderung der Diabetes-Hilfe: Deutschland muss raus aus der Sitz-Falle. Viele der Fans, die den intensiven Köpereinsatz der Fußballer am Bildschirm verfolgen, sind zwar sportbegeistert, treiben aber selber keinen Sport. Knapp die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland bezeichnet sich als Sportmuffel. Zwei von drei Männern und jede zweite Frau sind übergewichtig, knapp ein Viertel ist sogar adipös, also schwer übergewichtig, heißt es weiter in einer Mitteilung.

Nur jeder Fünfte ist 2,5 Stunden in der Woche körperlich aktiv

Nur jeder fünfte Erwachsene erreiche die WHO-Empfehlung von mindestens 2,5 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche. Dabei beginne der Bewegungsmangel schon im Kindesalter. "Nur etwa jedes vierte Kind beziehungsweise Jugendlicher erreicht die WHO-Empfehlung, sich 60 Minuten am Tag zu bewegen", so der Diabetologe.

15 Prozent der Kinder in Deutschland haben Übergewicht, über sechs Prozent sind adipös. Das sind mehr als doppelt so viele wie Anfang der 1990er Jahre. Adipositas ist zur häufigsten chronischen Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden und zugleich ein hoher Risikofaktor für die Entstehung eines Diabetes Typ 2. Daran leiden bereits jetzt 6,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik.

 

Fußball-WM: Auch Zuschauer sollten auf genug Bewegung achten

Im Rahmen der Fußball-WM sollten die Zuschauer nicht nur auf genug Bewegung achten, sondern bei Snacks und Softdrinks maßhalten. Hochkalorische Lebensmittel haben einen hohen Anteil an der Entstehung von Übergewicht und Diabetes Typ 2. Bei der bevorstehenden Fußball-WM preisen unter anderen die DFB-Werbepartner Coca-Cola und McDonald's ihre kalorienreichen Produkte an.

"Der Werbe-Etat der verführenden Lebensmittelindustrie ist während der Fußball-WM besonders hoch", betont Kröger. Gerade Kinder und Jugendliche konsumieren gern Lebensmittel, die in Zusammenhang mit der WM und ihren Idolen, den Sportlern, beworben werden. Verbraucher unterschätzen jedoch, wie viele Kalorien sie und ihre Kinder damit zu sich nehmen.

Für ein Fast-Food-Menü 85 Minuten Fußballspielen

"Ein klassisches Fast Food-Menü mit 0,3 Liter Coca-Cola plus ein Big Mac enthält 1023 Kalorien. Dafür müsste ein erwachsener Mann (50 Jahre alt, 180 cm groß, 90 Kilogramm schwer) 13 Mal seinen Grundumsatz aufwenden, um diese Kalorien innerhalb einer Stunde wieder abzuarbeiten", so Kröger.

Das hieße konkret: 118 Mal die Längsseite eines Fußballfeldes zügig gehen und dabei 27.300 Schritte zurücklegen oder 85 Minuten Fußball spielen. Eine Frau (50 Jahre alt, 165 cm groß, 65 Kilogramm schwer) müsste 19 Mal ihren Grundumsatz aufwenden und etwa 243 Mal zügig das Fußballfeld mit 36.855 Schritten ablaufen oder 110 Minuten Fußball spielen.

Foto: ivanko80/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bewegung

| Bei fast allen Erkrankungen wird körperlicher Aktivität ein positiver Einfluss auf den Krankheitsverlauf nachgesagt. Zum Teil wird sie sogar schon gezielt als Therapie eingesetzt. Eine Meta-Analyse zeigt nun: Durch körperliche Aktivität kann die Gesamtsterblichkeit um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.