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Frauen erkrankten deutlich häufiger an COVID-19 als Männer

In Berlin und Brandenburg erkrankten berufstätige Frauen deutlich häufiger an COVID-19 als berufstätige Männer. Das zeigt eine Datenanalyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Krankenpflegerin, Krankenschwester

In Gesundheitsberufen arbeiten weitaus mehr Frauen, sie infizierten sich daher öfter mit SARS-CoV-2 als Männer

Frauen haben während der Hochphase der Coronavirus-Pandemie das Land maßgeblich am Laufen gehalten  - denn sie arbeiten überdurchschnittlich häufig in den sogenannten systemrelevanten Berufen. Eine Datenanalyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt nun, dass viele Frauen für ihr Engagement einen hohen Preis zahlten.

In Berlin und Brandenburg erkrankten berufstätige Frauen rund 50 Prozent häufiger an COVID-19 als berufstätige Männer. Dieser "Gender-Gap" bei den COVID-19-Krankschreibungen ist in Berlin und Brandenburg noch etwas stärker ausgeprägt als im Bundesdurchschnitt. In Mecklenburg-Vorpommern fällt der Unterschied geringer aus.

Frauen erkrankten doppelt so häufig an COVID-19 wie Männer

Das hat eine Auswertung der Krankmeldungen aller AOK Nordost-Versicherten von März bis Mai 2020 ergeben. In den drei Bundesländern ist ungefähr ein Fünftel der Bürger bei der AOK Nordost versichert.

Dass Frauen doppelt so häufig an COVID-19 erkrankten wie Männer hat vor allem einen Grund: In den Top 10 der Berufe mit dem höchsten Infektionsrisiko finden sich ausschließlich Gesundheitsberufe. Und der Frauenanteil unter den COVID-19-Infizierten liegt in diesen zehn Berufen im Schnitt bei 77 Prozent.

 

Am meisten Erkrankte bei Alten- und Krankenpflege

Am höchsten liegt der Anteil der COVID-19-Erkrankten bei den Altenpflegerinnen, gefolgt von Krankenpflegerinnen und medizinischen Fachangestellten. Die Beschäftigten dieser Berufsgruppen erkrankten rund zweieinhalbmal häufiger an COVID-19 als die Durchschnitts-Beschäftigten. Lediglich bei den Beschäftigten im Rettungsdienst auf Platz sechs infizierten sich mehr Männer als Frauen, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Auch für weitere Berufe, in denen die Beschäftigten häufigen Kontakt mit anderen Menschen haben, weist die bundesweite Statistik erhöhte Infektionsraten aus. So erkrankten Erzieherinnen rund ein Drittel Prozent häufiger an COVID-19 als Durchschnitts-Beschäftigte - obwohl sie in den Kitas von Mitte März bis Ende Mai nur einen Bruchteil der Kinder betreuten.

Bei Kassiererinnen zeigte Maskenpflicht Wirkung

Bei Kassiererinnen zeigte die Maskenpflicht im Einzelhandel offenbar Wirkung - sie erkrankten trotz vieler Kontakte nur rund 10 Prozent häufiger als der Durchschnitt. Beschäftigte, deren Gewerbe stark vom Lockdown betroffen war, erkrankten signifikant seltener als der Durchschnitt an COVID-19: Friseure und Beschäftigte im Hotelservice etwa nur rund halb so häufig.

Für die Datenanalyse wurden die AU-Bescheinigungen von den bundesweit rund 11,6 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen von März bis Mai 2020 ausgewertet. Dabei kamen bundesweit rund 55.000 AU-Bescheinigungen mit einer COVID-19-Diagnose zusammen. Für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden insgesamt 1.300 solcher AU-Bescheinigungen ausgewertet.

Foto: Adobe Stock/pikselstock

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
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