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Forscher warnen vor E-Zigaretten in der Schwangerschaft

E-Zigaretten sind keine harmlose Alternative zu Tabak. Nikotin und Chemikalien können ungeborenen Kindern erheblich schaden, warnen jetzt Lungenexperten. Schwangere sollten darum auch auf das Dampfen komplett verzichten.
E-Zigaretten in der Schwangerschaft

Wegen Nikotin und anderen Schadstoffen: Hände weg von E-Zigaretten in der Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschaft ist ein No Go. Trotzdem tut es in Deutschland jede zehnte Schwangere, schätzt das Robert Koch-Institut. Lungenexperten befürchten, dass viele Raucherinnen in der Schwangerschaft auf E-Zigaretten umsteigen könnten, statt das Rauchen ganz aufzugeben. „Da die E-Zigarette als Hilfsmittel zu sanften Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit beworben wird, müssen wir annehmen, dass Schwangere, die das Rauchen aus eigener Kraft nicht aufgeben können, E-Zigaretten als Alternative nutzen“, sagt Professor Dr. med. Robert Loddenkemper von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

Diese Befürchtung ist nicht aus der Luft gegriffen. Eine amerikanische Langzeitstudie mit 3.000 Frauen, die im Studienverlauf schwanger wurden, zeigte: Sieben Prozent rauchten während der Schwangerschaft E-Zigaretten. Die Hälfte von ihnen nannte als Begründung, dass E-Zigaretten weniger schädlich für das Kind seien und zudem bei der Tabakentwöhnung helfen würden. Jede vierte Schwangere wusste nicht, dass ihre E-Zigarette den Suchtstoff Nikotin enthielt.

Nikotin stört embryonale Entwicklung

„Die Studie zeigt, dass die Vermarktungsstrategie der Industrie aufgeht, die die schädlichen Effekte von E-Zigaretten verharmlost“, kritisiert Professor Stefan Andreas von der Deutsche Lungenstiftung (DLS). Zwar seien die gesundheitlichen Langzeitfolgen der E-Zigarette nicht so gut untersucht wie die des Tabakkonsums. „Als belegt gilt aber, dass Nikotin die embryonale Entwicklung stört“, so der Lungenexperte.

So ist nachgewiesen, dass Nikotin während der Schwangerschaft die Rate an Früh- oder Totgeburten erhöht, Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kommen und sie überdies ein erhöhtes Asthmarisiko haben.

 

Etliche schädliche Substanzen in E-Zigaretten gefunden

Es ist aber nicht nur das Nikotin, das ungeborene Kinder schädigt. Auch in nikotinfreien E-Zigaretten fanden Forscher Substanzen, die akute Entzündungen im Lungengewebe hervorrufen können. E-Zigaretten sind also keine harmlose Alternative zu Zigaretten aus Tabak. Laut den Lungenexperten sind sie auch nicht zur Tabakentwöhnung geeignet;  „Der überwiegende Anteil der unabhängigen Studien konnten nicht zeigen, dass E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen“, sagt Dr. Andreas. „Vielmehr wird deutlich, dass mit dem Umstieg auf E-Zigaretten eine neue Sucht geschaffen wird.“

Zum Schutz von Schwangeren und Kindern fordern DGP und DLS auch ein Rauchverbot in geschlossenen Räumen und Autos. Schon das Rauchen einer Zigarette oder E-Zigarette führt zu einer hohen Konzentration verschiedener Schadstoffe wie Feinstäube, Nikotin, Propylenglykol und Aceton, die bei Kindern chronische Erkrankungen der Atemwege verursachen können.

E-Zigaretten erzeugen neue Sucht

Dass mit E-Zigaretten eine neue Sucht geschaffen wird, zeigt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Danach wurden 22 Prozent der Jugendlichen, die bereits mit E-Zigaretten Erfahrungen gemacht hatten, in der Folge zu Tabakrauchern. Bei ihren nie-rauchenden Altersgenossen waren es nur 10 Prozent. Untersuchungen ergaben, dass jeder zehnte Jugendliche über Anzeigen auf dem sozialen Netzwerk Facebook dazu gebracht wurde, E-Zigaretten auszuprobieren.

Foto: pixabay

Autor: ham
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