Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Formaldehyd zugesetzt: So ungesund sind „Coffee-to-go“-Becher

In Coffee-to-go-Bechern befindet sich offenbar nicht nur Kaffee: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat bedenkliche Mengen an Melamin oder Formaldehyd in den Einwegprodukten gefunden. Beide Stoffe sind in hohen Konzentrationen krebserregend.
So ungesund sind „Coffee-to-go“-Becher

Coffee-to-go-Becher aus Bambusfasern oder Maismehl sind keine nachhaltige Alternative. Sie enthalten fast immer das gesundheitsgefährdende Formaldehyd

Coffee-to-go-Becher fühlen sich im Gegensatz zu ihren optionalen Plastikdeckeln recht natürlich an. Tatsächlich werden heute viele der Becher aus „natürlichen“ Rohstoffen wie Bambusfasern oder Maismehl hergestellt. Auch anderes Einweggeschirr wie Teller oder Besteck wird inzwischen daraus hergestellt.

Doch was da als nachhaltige Alternative herkommt, enthält fast immer Melamin oder Formaldehyd. Beide Kunststoffe sind in hohen Konzentrationen krebserregend. Gefährlich wird es besonders dann, wenn heiße Getränke in solche Becher gefüllt werden oder Gerichte in der Mikrowelle erhitzt werden. Bei höheren Temperaturen können die Kunststoffe in Lebensmittel übergehen. In der Fachsprache heißt das „migrieren“.

Formaldehyd-Grenzwert um das 19-fache überschritten

Stichproben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigen: In jedem vierten untersuchten Produkt wurden die zulässigen Grenzwerte für Melamin überschritten, und in mehr als jedem zehnten (11%) war der sogenannte spezifische Migrationsgrenzwert für Formaldehyd wesentlich höher als erlaubt.

Die höchsten Werte lagen um das 4-fache bei Melamin und um das 19-fache bei Formaldehyd über den spezifischen Migrationsgrenzwerten. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher denken, sie greifen zu einer umweltfreundlichen Alternative, halten dann aber ein Produkt in Händen, von dem ein gesundheitliches Risiko ausgehen kann“, erläutert BVL-Präsident Dr. Helmut Tschiersky die Gefahr von Coffe-to-Go-Bechern & Co.

„Besonders bedenklich ist, dass die Übergänge von Melamin in die jeweiligen Lebensmittel bei mehrfacher Nutzung der Produkte sogar ansteigen.“ Die Untersuchungsämter der Bundesländer hatten jeweils das 3. und das 5. Migrat untersucht, also den Übergang aufs Lebensmittel bei der dritten und fünften Verwendung.

 

130 Wegwerfbecher pro Kopf pro Jahr

Laut der Verbraucherzentrale verbraucht jeder Kopf in Deutschland statistisch gesehen 130 Einwegbecher pro Jahr. Fast jeder zweite Becher (60) ist ein Coffee-to-go Becher, in dem sich Kaffee, Latte Macchiato oder andere Heißgetränke wie Tee und Kakao befinden. Die durchschnittliche Nutzungszeit beträgt 15 Minuten.

Einwegbecher haben inzwischen die Plastiktüte als Haupt-Abfallverursacher im Alltag abgelöst. Während der Verbrauch von Plastiktüten durch die kostenpflichtige Abgabe in den letzten 5 Jahren um 60 Prozent gesunken ist, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite, steigt der Verbrauch von Wegwerfbechern nach wie vor an.

Fazit: Der Gesundheit und Umwelt zu liebe sollte man keine Einwegbecher mehr nutzen und sich einen eigenen Thermobecher wieder befüllen lassen. 

foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Kaffee
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lebensmittelrisiken

Sie stecken in Verpackungen, Nahrung und Kosmetika: Rund 800 chemische Substanzen aus dem Alltag greifen in das Hormonsystem ein und können schwere Stoffwechselstörungen verursachen. Wissenschaftler warnen jetzt vor den so genannten „Endokrinen Disruptoren“.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
Weitere Nachrichten
Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.


Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin