Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Fibromyalgie: Wie Schlafstörungen und Schmerzen zusammenhängen

Wer unter Fibromyalgie leidet, hat oft auch mit schlechtem Schlaf zu kämpfen. Dabei kann schon der bloße Gedanke an Schlaflosigkeit die Schmerzen verstärken, wie Forscher nun herausgefunden haben. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann den Teufelskreis jedoch durchbrechen.
Schlaf und SChmerzen

Die subjektive und objektive Schlafqualität beeinflusst auch die Stärke von chronischen Schmerzen

Immer mehr Studien zeigen, wie wichtig guter und ausreichender Schlaf für die Gesundheit ist. Das gilt auch und besonders für Patienten mit Fibromyalgie. Ein guter Schlaf scheint dabei ein wichtiger Schlüssel zur Verringerung der chronischen Schmerzen zu sein. Umgekehrt verschlechtern die Schmerzen die Schlafqualität – ein Teufelskreis beginnt. Forscher der University of Warwick in England konnten nun zeigen, dass es dabei ganz besonders auf das subjektive Empfinden der Schlafqualität ankommt und dass dies durch eine Psychotherapie deutlich verbessert werden kann.

Psychotherapie verbesserte den Schlaf und verringerte die Schmerzen

Menschen mit Fibromyalgie leiden in erster Linie unter chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen. Häufig treten aber auch Müdigkeit, schnelle Erschöpfbarkeit sowie Depressionen auf, und ein Großteil der Patienten leidet unter schlechtem Schlaf. In ihrer aktuellen Studie konnten die britischen Forscher nun zeigen, dass bei Betroffenen bereits der bloße Gedanken an Schlaflosigkeit die Schmerzen deutlich verstärken kann. Wie das Wissenschaftlerteam herausfand, hatten Patienten mit Fibromyalgie ebenso wie Menschen, die unter chronischen Rückenschmerzen oder Arthritis litten, deutlich stärkere Schmerzen, wenn sie davon überzeugt waren, schlecht oder zu wenig zu schlafen.

Die Wissenschaftler fanden aber auch positive Ergebnisse, denn eine kognitive Verhaltenstherapie konnte den Teufelskreis zwischen der Angst vor Schlaflosigkeit und den verstärkten Schmerzen durchbrechen. Reduzierte man bei den Betroffenen die negativen Gedanken bezüglich ihrer Schlafstörungen, konnten sie tatsächlich besser schlafen und litten weniger unter Schmerzen.  

 

Entspannung und Bewegung wirksam bei Fibromyalgie

Eine Psychotherapie kann also dazu beitragen, das Leben von Patienten mit chronischen Schmerzen zu verbessern, indem sie die Schlafqualität der Betroffenen erhöht. Für Fibromyalgie-Patienten ist das besonders wichtig, denn bislang gibt es keine Therapie mit Aussicht auf Heilung. Die Patienten werden daher nur symptomatisch behandelt und erhalten neben Schmerzmedikamenten wie Opioiden häufig Schlafmittel und Antidepressiva. Experten raten mittlerweile aber von starken Medikamenten bei Fibromyalgie ab und empfehlen stattdessen Entspannungstechniken wie Yoga sowie Bewegungstherapien.

Foto: © michaeljung - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schmerzen , Gelenkschmerzen , Rheuma , Rückenschmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fibromyalgie

24.03.2018

Das Fibromyalgiesyndrom ist eine mysteriöse Erkrankung, die oft mit Sport behandelt wird. Nun haben Wissenschaftler die Effekte von Tai Chi und Aerobic verglichen. Demnach schneidet Tai Chi besser ab als das Ausdauertraining.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin