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Feste Beziehung: Lebenserwartung bis zu neun Jahre höher

Dienstag, 15. Februar 2022 – Autor:
Der krisensichere menschliche Rückhalt in einer festen Partnerschaft kann sich spürbar positiv auf die Lebenserwartung auswirken. Das schreibt das Patientenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Forscher vermuten, dass das ganz stark auch an der gegenseitigen Fürsorge liegt – vor allem im Krankheitsfall.
Älteres Paar in herzlichem Körperkontakt.

Soziale Unterstützung und erfüllender Körperkontakt in stabilen Partnerschaften tun der Gesundheit gut. Experten sagen sogar: Menschen in festen Beziehungen leben bis zu neun Jahre länger. – Foto: AdobeStock/bernardbodo

Wenn Liebende jetzt im Frühjahr am 14. Februar den Valentinstag feiern, tun sie nicht nur ihrem Partner etwas Gutes, sondern auch sich selbst. „Studien zeigen, dass Menschen in festen Beziehungen bis zu neun Jahre länger leben“, schreibt dazu das Gesundheitsmagazin „Diabetes Ratgeber“. „Forscher vermuten, dass das vor allem an der gegenseitigen Fürsorge liegt. Diese ist auch im Krankheitsfall wichtig.“

Krankheit: Partner oft die wichtigste Stütze

Das Patientenmagazin aus München beschreibt diesen Effekt am Beispiel der Krankheit, auf die es selbst spezialisiert ist: Diabetes. „Für Menschen mit dieser Krankheit ist der Partner oft die wichtigste Stütze", sagt Eva Küstner, Fachpsychologin Diabetes aus Gau-Bischofsheim, in der in vielen Apotheken gratis erhältlichen Zeitschrift.

 

Wie Krankheit Menschen ungenießbar machen kann

Ein Beispiel aus dem Alltag: Der Partner rutscht in den Unterzucker. Dem Körper fehlt dann ein wichtiger Nährstoff – auch der Gutmütigste kann unter diesen Umständen ungewollt aggressiv werden. Fachpsychologin Küstner rät, dann keine Diskussion zu starten, sondern ihm oder ihr lieber ohne viele Worte ein Glas vom Lieblingssaft hinzustellen. Hilfreich sei es auch, vorab deutlich abzusprechen, wie der Partner helfen kann – und wie lieber nicht.

Erfolgsmechanismen jahrelanger Beziehungen

Sich absprechen, aufeinander eingehen in möglichst vertiefter Art und Weise: Das sei generell einer der Erfolgsmechanismen in einer jahrelangen Beziehung. „Solange ein Paar miteinander reden kann, ist das immer gut für eine Beziehung", sagt der Münchner Diplompsychologe und Paartherapeut André Kellner. Wichtig sei es, dass beide wirklich miteinander sprächen, was das bedeute, sich gegenseitig zuzuhören und zu versuchen, den anderen zu verstehen. Der Weg in eine erfüllte Partnerschaft liege für Paare darin, auch nach vielen Jahren den anderen immer wieder in seiner Eigenheit zu akzeptieren und ihn annehmen zu lernen.

Stabile Partnerschaft: „Stresspuffernder Effekt‘“

„Partnerschaften sind eng mit psychischer und physischer Gesundheit verknüpft“, heißt es aus auch in der psychologischen Fachzeitschrift „Psychotherapeut“. Besonders zwei Qualitäten, die in Beziehungen erlebt werden, können demnach eine positive Wirkung auf die Gesundheit – und die Gesundung bei Krankheit – ausüben: soziale Unterstützung und körperliche Berührung. Beide besäßen „einen stresspuffernden Effekt“.

Positiver Einfluss auf Botenstoffe im Nervensystem

Studien zeigen, dass hier bindungs- und stimmungsrelevante körpereigene (Bindungs-)Hormone und Neurotransmitter (Botenstoffe im Nervensystem) wie Oxytozin, Dopamin oder Serotonin eine vermittelnde Rolle spielen – etwa über die Aktivierung von Belohnungsschaltkreisen.

Den Partner einbeziehen: Günstig für einen Krankheitsverlauf

Im Krankheitsfall kann eine Partnerschaft der Heilung nützen – und die Unterstützung wiederum die Partnerschaft festigen, auch wenn diese Unterstützung arbeitsreich und herausfordernd sein kann. „In klinischer Hinsicht ist der Einbezug des Partners beziehungsweise der Partnerin nicht nur gewinnbringend für den Krankheitsverlauf eines einzelnen Betroffenen“, schreibt die Psychologen-Fachzeitschrift weiter. „Er stärkt darüber hinaus die positive Interaktionsfähigkeit und Beziehungsqualität, begünstigt das Gesundheitsverhalten, kann auch aufseiten des Partners entlastend wirken und ist daher unbedingt zu empfehlen.“

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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