. Ästhetische Chirurgie

Falten straffen ohne Messer

Der Alterungsprozess der Haut lässt sich nicht aufhalten, aber abmildern. Um Falten im Gesicht zu straffen, gibt es heute Methoden, die ohne Messer auskommen: Botox, Filler, Laser.
Faltenbehandlung

Faltenbehandlung am Mundwinkel

Während früher in erster Linie die Region über der Nasenwurzel (Glabella), die Stirn und so genannte Krähenfüße im Augenwinkel (periorbitale Falten) mit Botox (Botulinum) behandelt wurden, wird das in die Haut injizierte Nervengift inzwischen auch zur Verbesserung von Nasenfalten, Oberlippenfalten, Wangenknitterfältchen, Kinnfalten und Falten am Hals (Platysmafalten) eingesetzt.

Injizierbare Füllsubstanzen (Filler) werden zur Aufpolsterung einzelner, nicht durch die Mimik hervorgerufener Falten (Nasolabialfalte, Marionettenfalten) und zur Neudefinition des Gesichtsvolumens und zur Verbesserung der Konturen eingesetzt. Diese Filler unterscheiden sich in Ursprung, Dauer des Effekts und Abbauverhalten. Je nach verwendetem Material können Injektionstiefe und Risikoprofil deutlich variieren.

Falten straffen ohne Messer

„Ein Revival erlebt das Fadenlifting. Hierbei werden in lokaler Anästhesie – heutzutage vornehmlich – resorbierbare Fäden im Bereich des subkutanen Fettgewebes oder der Dermis eingebracht, wodurch die Haut gestützt und angehoben wird“, sagt Dr. Gerd Gauglitz von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Je nach Material stehen entweder die Stimulation von Fibroblasten entlang des Fadens im Vordergrund und/oder der Straffungseffekt. Die Fibroblasten sorgen für die Regeneration des Bindegewebes und damit für die Produktion von Kollagenfasern. Kollagen ist ein wichtiges Struktur-Protein der Haut. Es kann sehr gut Wasser speichern, was die Haut aufpolstert, glättet und festigt. Junge Haut enthält viel Kollagen. Die natürliche Produktion lässt aber ab dem 25. Lebensjahr nach. Alternativ kann hier auch der fokussierte Ultraschall eingesetzt werden. Dieser erzeugt gezielte Hitze, die zu einer Hautstraffung führt.

 

UV-Schäden und Äderchen mit Lasern unsichtbar machen

UV-Schäden, Äderchen und Pigment-Unregelmäßigkeiten lassen sich mit Lasern (Er:YAG, Farbstoff, QS-Rubin Laser, Picosekundenlaser) oder Blitzlampe (IPL) behandeln. Zunehmend kommen dabei fraktionierte Laser zum Einsatz, erklärt Gauglitz im Vorfeld der 25. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München.

Durch die Aufteilung des Laserstrahls in tausende einzelne Bereiche entstehen tausende mikrothermale Behandlungszonen. Umgeben sind diese stets von gesundem Gewebe, was zu verglichen mit konventionellen Lasern zu einer schnelleren Heilung führt.

Laser ist auch für wuchernde Narben geeignet

Die gezielten Gewebsschädigungen stimulieren die Bildung von neuen Kollagenfasern und die geschädigten Zellen werden abgestoßen. Diese relativ neue Technologie ermöglicht laut Gauglitz auch die Behandlung von Dehnungsstreifen und Ritznarben.

Für die Behandlung von Verbrennungs-Narben (hypertrophe Narben) etabliert sich der fraktionierte CO2-Laser zunehmend als Goldstandard. So sehen es auch die internationalen Narben-Leitlinien vor. Bei therapieresistenten, wuchernden Narben (Keloiden) gewinnt eine weitere Behandlung an Bedeutung: Auf das geschädigte Gewebe aufgetragenes 5-Fluorouracil eventuell in Kombination mit Kortikosteroiden. 5-Fluorouracil ist an sich ein Krebsmedikament (Zytostatikum).

Foto: Robert Kneschke/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Haut , Plastische Chirurgie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Falten

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die EU-Kommission hat eine wichtige koordinierende Funktion zwischen den EU-Mitgliedsstaaten in der Coronakrise. So hat beispielsweise die EU Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 für alle Mitgliedsstaaten bestellt. Über die Rolle der EU in der Corona-Pandemie, die Diskussion um Grenzschließungen und die gemeinsame Impfstoffbeschaffung der EU sprach Gesundheitsstadt Berlin in einem Podcast mit dem langjährigen Mitglied des Europäischen Parlaments, Elmar Brok.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.