. Seelische Gesundheit

Fall-Manager hilft bei seelischen Erkrankungen

Übermäßiger Stress kann zu psychischen Erkrankungen führen. Bei der Süddeutschen Krankenversicherung kümmert sich künftig ein Fall-Manager um betroffene Mitglieder. Das meldet die SDK zum Tag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober.
Stress

Zu viel Stress kann der seelischen Gesundheit schaden - Entspannungstechniken helfen

Krankheitsbedingte Fehltage infolge seelischer Leiden nehmen zu. Immer mehr Menschen fühlen sich verspannt, erschöpft oder ausgebrannt. Der natürliche Wechsel von Anspannung und Entspannung funktioniert nicht mehr. Das kann zu körperlichen Beschwerden und psychischen Erkrankungen führen.

Die Förderung der seelischen Gesundheit gewinnt daher bei den Krankenkassen immer stärker an Bedeutung. Die private SDK hat ein spezielles Beratungs-Programm entwickelt: Versicherte können einen Case-Manager in Anspruch nehmen, der sie bei der Bewältigung der belastenden Situation und eventuellen psychischen Erkrankungen unterstützt.

Fall-Manager für seelische Erkrankungen

„Durch gezielte Prävention kann die Zahl der Betroffenen mit Burnout-Syndrom, Depressionen oder Angststörungen um ein Vielfaches reduziert und der persönliche Leidensdruck gesenkt werden“, meint SDK-Vorstand Benno Schmeing. Bevor der Fall-Manager wegen einer Erkrankung in Anspruch genommen werden muss, kann der Einzelne etwas dafür tun, sein seelisches Gleichgewicht zu erhalten.

Vor allem Entspannungstechniken helfen, Alltagsbelastungen und Stress besser zu bewältigen und fördern so das psychische und körperliche Wohlbefinden. Wissenschaftlich gut belegt sind die Wirksamkeit des autogenen Trainings und der progressiven Muskelentspannung.

Vorbeugen mit Entspannungstechniken

Ziel des autogenen Trainings ist es, Zustände zu visualisieren und bewusst wahrzunehmen. Dadurch soll ein Entspannungszustand erreicht und Stress abgebaut werden.Bei der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson folgt auf ein gezieltes Anspannen von Muskelgruppen eine Entspannungsphase. Das führt zu einer besseren Wahrnehmung des Körpers. Langfristig erhöht das die innere Gelassenheit und stärkt die seelische Widerstandskraft.

Regelmäßiges Entspannungstraining nach Jacobson könne zu einer Verlangsamung der Atmung, einem Absinken der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie einer Entspannung der Skelettmuskulatur führen, schreibt Diplom-Psychologe Dr. Dietmar Ohm in seinem Ratgeber „Stressfrei durch Progressive Relaxation“. Der Experte betont die positiven Wirkungen insbesondere bei Störungen des vegetativen Nervensystems wie Magen- und Darmbeschwerden, Spannungskopfschmerz oder Angstzuständen. Die gewonnene Gelassenheit wirke sich auch günstig auf den Schlaf aus.

Achtsamkeit als Ausstieg aus dem „Leidenskarussell“

Eine effektive Methode auf dem Weg zu mehr Gelassenheit ist auch die achtsame Selbststeuerung (ASST). Achtsamkeitsübungen und eine gezielte Bauchatmung nehmen Einfluss auf das vegetative Nervensystem und helfen, in hektischen Zeiten bei sich zu bleiben. „Durch Achtsamkeit nehmen wir bewusst Abstand zu unseren vielzähligen Automatismen“, erklärt Diplom-Psychologe Dr. Mattias Ennenbach. Dies sei ein wirkungsvoller Weg aus dem „Leidenskarussell“, sagt der Autor des Buches „Der Glückscoach - Achtsam werden“.

Die in den USA  entwickelte Achtsamkeitsmeditation (Mindfull-Based Stress Reduction/MBSR) kann nachweislich bei Schlafstörungen helfen und nach einer Depression vor einem Rückfall schützen.

Foto: brian jackson/fotolia.com

Autor: bab
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