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Experten: Deutsches Gesundheitswesen hat sich in der Coronakrise bewährt

Auf dem Demografiekongress 2020 waren sich die Experten einig: Das Personal aller Berufsgruppen hat schnell und flexibel auf die Corona-Pandemie reagiert. Auch deshalb seien wir bisher relativ gut durch die Krise gekommen, so die einhellige Meinung.
Demografiekongress 2020

V.l.n.r.: Dr. Rainer Hess, Dr. Iris Hauth, Martin Litsch

Ohne die Flexibilität und Einsatzbereitschaft des medizinischen Personals hätte Deutschland die Coronakrise nicht so gut bewältigen können wie bisher – darin waren sich Experten auf dem Demografiekongress 2020 in Berlin einig. Deutschland sei auch durch die gute Koordination zwischen verschiedenen Einrichtungen relativ glimpflich durch die Krise gekommen, so die Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Corona-Pandemie – Konsequenzen für Medizin und Pflege“. Dennoch zeige die Pandemie auch Schwachstellen im Gesundheitssystem auf.

Pandemie macht Probleme sichtbar

Probleme, die schon vor der Coronakrise bestanden haben, seien nun wie unter dem Brennglas sichtbar geworden, so Dr. Iris Hauth, Ärztliche Direktorin am St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Weißensee. Dazu gehöre vor allem der Fachkräftemangel in Medizin und Pflege. Auch die Finanzierung der Krankenhäuser müsse in Zeiten der Krise neu gedacht werden. „Mit Fallpauschalen können keine Kapazitäten freigehalten werden“, so Dr. Hauth.

Ein Problem für das Gesundheitswesen sahen die Diskussionsteilnehmer auch in den vielen verschobenen Operationen, die nun nachgeholt werden müssen. Dies bedeute neue Herausforderungen, sowohl an das Zeitmanagement als auch an die Finanzierung. Zudem scheuten sich nach wie vor viele Patienten, insbesondere die älteren, ins Krankenhaus zu gehen, was zu Versorgungsengpässen führe, so Dr. Hauth.

Neben dem Personalmangel haben sich auch die schon vor der Corona-Pandemie bestehenden Engpässe bei Medikamentenlieferungen verschärft. Wenn Deutschland weiter Versorgungssicherheit gewährleisten wolle, müsse es sich von Zulieferern wie China, Indien oder Vietnam unabhängig machen, so die Experten der Diskussionsrunde

 

Bedeutung des Öffentliches Gesundheitsdienstes wird wachsen

Erwin Rüddel, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag, sieht vor allem Optimierungsbedarf bei der sektorübergreifenden Versorgung. Insbesondere im Herbst und Winter werde auch auf die ambulante Versorgung neue Herausforderungen zukommen, wenn neben SARS-CoV-2 auch der Influenzavirus wieder um sich greifen wird. Hier könne auch dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eine neue Bedeutung zukommen, so Rüddel.

Durch eine Stärkung des ÖGD könnten Ärzte in Krankenhäusern entlastet und die Effizienz gesteigert werden. Schon jetzt hätten trotz drastischer Sparmaßnahmen in den letzten Jahren die Gesundheitsämter dazu beigetragen, die Coronakrise so gut es geht in Schach zu halten.

Expertenlob für deutsches Gesundheitswesen

Die Bedeutung des ÖGD betont auch Martin Litsch, Vorsitzender des Vorstands des AOK-Bundesverbandes. Dieser müsse dringend gestärkt werden. Dennoch zieht Litsch insgesamt ein positives Fazit: „Die Gesundheitsversorgung in Deutschland ist gut und wir sind bisher glimpflich durch die Pandemie gekommen“.

Auch die Selbstverwaltung der Krankenkassen habe sehr gut funktioniert, indem sie gemeinsam mit den Leistungserbringern die Strukturen am Laufen gehalten habe. „Wir waren auf so eine Krise nicht vorbereitet“, so Litsch. Dennoch hätten das deutsche Gesundheitswesen sich in dieser Zeit bewährt.

Foto: Gesundheitsstadt Berlin

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Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik
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