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20.04.2012

Europäische Impfwoche 2012 beginnt

Viele Deutsche haben keinen ausreichenden Impfschutz, viele kennen die neuesten Impfempfehlungen nicht. Auf diese Lücken machen jetzt Gesundheitsbehörden anlässlich der die Europäischen Impfwoche aufmerksam, die am 21. April beginnt.
Europäische Impfwoche 2012 beginnt

AOK Mediendienst

Impfungen haben gefürchtete Infektionskrankheiten wie Pocken, Kinderlähmung, Röteln und Diphterie aus unserer Hemisphäre verdrängt. Doch den Nutzen von Impfungen scheinen viele vergessen zu haben, zumindest wenn es um den eigenen Impfschutz geht.

Gerade die neueren Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) wie die Masern-Impfung für junge Erwachsene (2010) oder die 2009 ausgesprochen Keuchhusten-Impfempfehlung für Erwachsene (die gemeinsam mit der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphtherie gegeben werden soll) sind noch nicht ausreichend bekannt, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Besonders gross seien die Impflücken bei jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Personen mit Migrationshintergrund.

Die Zahl der Masernfälle hat sich im letzten Jahr verdoppelt

Beispiel Masern. Nach RKI-Angaben sind die Masernzahlen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Zuletzt hat sich die Zahl der Masernfälle in Deutschland mehr als verdoppelt, von 780 Fällen im Jahr 2010 auf 1.607 Fälle im Jahr 2011. Das entspricht einem Anstieg von 10 auf 20 Fälle pro 1 Million Einwohner. Damit liegt Deutschland weit hinter den Vorgaben der Weltgesundheits-organisation (WHO) zurück: Als Ziel für die angestrebte Eliminierung der Masern gibt die WHO das Auftreten von weniger als 1 Fall pro 1 Million Einwohner an.

"Masern sind eine der ansteckendsten Erkrankungen, die wir kennen, und sie sind nicht harmlos", unterstreicht RKI-Präsident Reinhard Burger. Mehr als ein Viertel der Erkrankungen musste im Krankenhaus behandelt werden, es gibt auch immer wieder einzelne Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen, die mit bleibenden Behinderungen oder gar dem Tod enden können.

Die Verdopplung der Masernfälle führt das RKI auf deutliche Impflücken bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen zurück. Für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfiehlt die STIKO seit 2010 die Masernimpfung. In dieser Gruppe gibt es deutliche Impflücken, ebenso wie bei Jugendlichen - obwohl es schon länger eine generelle Empfehlung der STIKO gibt, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Lebensjahr nachzuholen.

 

Impfquoten bei Schulanfängern

Bei den Schulanfängern sieht es hingegen besser aus: Hier sind die Impfquoten in den letzten Jahren stetig gestiegen oder auf hohem Niveau nahezu konstant geblieben. Das gilt nicht für Masernimpfung, sondern auch für die anderen von der STIKO empfohlenen Imfungen etwa gegen Röteln oder Keuchhussten. Bei Masern hat Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland die von der WHO geforderte Impfquote von 95 Prozent für beide Masernimpfungen geschafft.

Die anstehende Fussball-Europameisterschaft in der Ukraine und die Olympischen Spiele in London könnten nach Ansicht von RKI-Präsident Reinhard Burger "das Risiko für eine Einschleppung von Fällen erhöhen. Dort traten seit Anfang 2012 ausgedehnte Masernausbrüche auf." Unabhängig davon, ob eine Reise zu einem dieser Sportereignissen geplant ist oder nicht, sollten Jugendliche und junge Erwachsene bei unklarem Impfstatus ihren Impfausweis vom Hausarzt kontrollieren lassen und fehlende Impfungen zeitnah nachholen, rät das RKI.

Aktueller Impfkalender in 15 Sprachen

"Ein vollständiger Impfschutz ist der beste Weg, um sich und andere vor einer Vielzahl von Infektionskrankheiten zu schützen. Schutzimpfungen sind ein wichtiger Baustein der gesundheitlichen Vorsorge - und das in jedem Lebensalter", erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). "Deshalb sollte nach der Grundimmunisierung im Kindesalter der Impfschutz regelmässig überprüft und ergänzt werden."

Wer, wann gegen was geimpft werden sollte geht aus dem Impfkalender des Robert Koch-Instituts hervor. Der aktuelle Impfkalender ist in 15 Sprachen unter www.rki.de/impfkalender abrufbar.

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