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Epilepsiechirurgie in Berlin: Charité operiert jetzt Kinder

Mittwoch, 23. Januar 2019 – Autor:
Etwa 30 Prozent der Kinder mit Epilepsie sprechen nicht auf Medikamente an. Diesen jungen Patienten bietet die Charité jetzt einen hirnchirurgischen Eingriff an. Die Erfolgsquoten der Epilepsiechirurgie sind hoch.
Epilepsie-Operation, Kinder, Berlin

Wenn Medikamente nicht helfen, kann die Epilepsie-Operation für Kinder eine neue Chance auf Heilung sein – Foto: ©Andrey Popov - stock.adobe.com

Eins von 100 Kindern leidet an Epilepsie. In 70 Prozent der Fälle reichen Medikamente aus, um die epileptischen Anfälle zu reduzieren. Für die restlichen 30 Prozent kann ein epilepsiechirurgischer Eingriff eine sinnvolle Alternative sein. Das Epilepsiezentrum an der Charité in Berlin bietet diesen Eingriff jetzt Kindern und Jugendlichen an. In der Spezialsprechstunde "Epilepsiechirurgie" können sich Eltern und ihre Kinder über die Möglichkeiten und Risiken des Eingriffs beraten lassen.

Operation gilt als sicheres Verfahren

„Insbesondere bei Kindern mit Anfällen, die von einem möglichst klar definierbaren Bereich des Gehirns ausgehen, ist eine Operation eine Alternative“, erklärt Prof. Dr. Ulrich-Wilhelm Thomale, Leiter der Pädiatrischen Neurochirurgie. Allerdings hätten viele Eltern nachvollziehbare Ängste vor der Operation am Gehirn. Doch er gibt Entwarnung: „Moderne Techniken, erfahrene Operateure und ein interdisziplinäres Team machen die Epilepsiechirurgie in den spezialisierten Zentren zu einem sehr sicheren Verfahren.“

Im Epilepsiezentrum der Charité arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Kinderneurologen, Kinderneurochirurgen, Neuroradiologen, Psychologen und Therapeuten zusammen. Da ein epileptischer Anfall erst einmal nur ein Symptom ist, ist eine Differenzialdiagnostik der erste, wichtige Schritt.

 

Ursachen einer Epilepsie

Epilepsien bei Kindern und Jugendlichen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Am häufigsten treten die sogenannten entwicklungsabhängigen Epilepsien wie die idiopathischen Partialepilepsien und die idiopathischen generalisierten Epilepsien zwischen dem ersten und dem zehnten Lebensjahr auf. Sie sind in der Regel gut behandelbar und verschwinden oft von alleine wieder.

Daneben gibt es Kinder mit angeborenen Stoffwechselstörungen oder angeborenen Fehlbildungen des Gehirns. Andere haben einen Schlaganfall unter der Geburt erlitten, der eine Narbe hinterlassen hat. Solche Störungen können in einem bestimmten Alter zu einer Irritation der Erregungsbildung und zu Anfällen führen. Diese Kinder sind weitaus schwerer zu behandeln, aber auch sie haben eine Chance auf Heilung.

Weniger Anfälle, bessere Entwicklung

„Häufig wird die Epilepsiechirurgie als letzte Behandlungsmöglichkeit angesehen, dabei ist die Erfolgsquote der Anfallsfreiheit bei Kindern am höchsten“, sagt Kinderneurologin Prof. Angela M. Kaindl.  Die Mädchen und Jungen können sich anschließend deutlich besser entwickeln – bei einigen Kindern bedeutet ein hirnchirurgischer Eingriff sogar erst den Beginn einer normalen Entwicklung und damit eines normalen Lebens.“

Foto: © Andrey Popov - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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