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Entspannen durch meditatives Spülen

Ins Fitness-Studio gehen erleben viele als stressig – sich davor drücken auch. Einfache Tätigkeiten in Haus und Garten haben einer Studie zufolge oft eine entspannendere Wirkung als tapfer absolvierte Workout-Torturen.
Hausfrau mit Gummischürze und -handschuhen mit Meditationsgestik

Genussvoll Eintauchen in Lieblingsbeschäftigungen: Eine vielen Menschen gar nicht bewusste, aber höchst effektive Strategie, um die Gesundheit zu erhalten.

44 Prozent der Deutschen empfinden Tätigkeiten im Haushalt als erholsam. Über alle Altersgruppen hinweg sind sich 39 Prozent darin einig, dass sie beim Kochen am besten abschalten können. Gartenarbeit gilt bei 29 Prozent der Deutschen als entspannend und nimmt mit zunehmendem Alter einen immer höheren Stellenwert ein. Dies ergibt sich aus einer repräsentativen Studie, in der die Krankenkasse Barmer persönliche Lebensrezepte der Deutschen für ein gesundes Leben erforschen ließ. Kernaussage der Expertise: „Zu den effektivsten, aber gleichzeitig zu den am wenigsten bewussten Strategien zur Gesunderhaltung gehören ganz normale Dinge des Alltags.“

Unkraut jäten mit psychotherapeutischer Wirkung

 „Unbewusst machen wir vieles richtig, wenn es um unsere Gesundheit geht. Alltägliche, manchmal auch schräge Gewohnheiten haben oft eine selbstheilende Wirkung“, sagt Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. „Beim Graben in der Erde oder beim Beseitigen von Wildwuchs wird eben auch viel emotionales Unkraut gejätet.“ Ein zentrales Ergebnis der Studie sei, dass das genussvolle Eintauchen in Lieblingsbeschäftigungen enorm zur individuellen Gesunderhaltung beiträgt.

Vom Gesundheitsbewusstsein der Deutschen zeichnet die Studie im Grundsatz ein positives Bild. 73 Prozent der Deutschen richten ihren Alltag danach aus, gesund zu leben. 83 Prozent verzichten bewusst auf Ungesundes, 65 Prozent geben an, täglich zu trainieren. Als ein zwiespältiger Punkt dabei wird ein vielfach übersteigertes und allzu leistungsbetontes Gesundheits-  und Körperideal identifiziert. Vor allem Frauen und Menschen zwischen 18 und 35 Jahren unterwerfen sich der Studie zufolge diesen hohen Ansprüchen regelrecht und setzten sich damit in ungesunder Weise unter Druck.

 

Warnung vor übermenschlichen Idealen

„Wer allen Gesundheitstrends folgt, der hechelt bald nur noch Idealen hinterher, die kein Mensch erfüllen kann“, bilanziert Barmer-Chef Straub. Das größte Maß an Wohlbefinden stellte die Studie bei jenen fest, die Bewegung mit Spaß kombinieren; und die in vielen Mikro-Trainings, die sich im Alltag automatisch anbieten, unterm Strich doch eine ganze Menge für ihre Gesundheit tun. Sei es, dass sie bei mechanischen, manuellen Tätigkeiten wie dem Abspülen von Geschirr oder dem Bügeln von Hosen oder Hemden für einen Moment Zeit und Raum und Sorgen vergessen und meditativ abschalten können.

Die Studie zu den persönlichen „Lebensrezepten“ hatte die Barmer beim Marktforschungsinstitut Rheingold in Auftrag gegeben. Die Kölner Wissenschaftler führten hierfür eine Gruppendiskussion, 50 Tiefeninterviews und eine Onlinebefragung unter 1.050 Personen durch.

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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