. Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall

Eier beeinflussen kaum das LDL-Cholesterin

Wegen des Cholesterinspiegels verkneifen sich viele das Frühstücksei. Das bringt aber gar nichts, sagen Experten. Die Ernährung habe mit dem LDL-Cholesterin nur wenig zu tun.
Eier sind rehabilitiert. Das „schlechte“ Cholesterin im Blut hat ganz andere Ursachen

Eier sind rehabilitiert. Das „schlechte“ Cholesterin im Blut hat ganz andere Ursachen

Eiern eilt ein schlechter Ruf voraus. Genau wie Butter und andere tierische Fette sollen sie schlecht fürs Cholesterin sein. Darum verzichten viele Menschen auf das tägliche Frühstücksei und essen Diät-Margarine statt Butter. Der Verzicht sei jedoch in den meisten Fällen unnötig, meint Prof. Ulrich Laufs vom Universitätsklinikum Leipzig . „Eier sind inzwischen rehabilitiert“, erklärte der Kardiologe im Gespräch mit Gesundheitsstadt Berlin. „Wir wissen heute, dass die Ernährung bei normalgewichtigen Menschen nur einen geringen Einfluss auf das LDL-Cholesterin im Blut hat.“

Das Erbgut bestimmt das LDL-Cholesterin

Das Kürzel LDL steht für Low Density Lipoprotein. Es ist maßgeblich an der Gefäßverkalkung beteiligt und wird in der Leber reguliert. Wie hoch oder niedrig die Werte sind, hängt dem Experten zufolge in erster Linie von der genetischen Disposition ab – und nicht vom Essen. Jedenfalls dann nicht, wenn das Essen überwiegend selbst gekocht ist und auch aus Obst und Gemüse besteht.

Bei Menschen mit starkem Übergewicht und krasser Fehlernährung kann dagegen eine Ernährungsumstellung schon etwas bringen. Allerdings entscheiden auch hier die Gene, auf welches Maß der Cholesterinspiegel gesenkt werden kann. „Das LDL-Cholesterin im Blut wird von unserem Erbgut bestimmt. Darum können auch schlanke Menschen erhöhte Cholesterinwerte haben“, sagt Laufs.

Medikamente nur bei zusätzlichen Risikofaktoren

Erhöhte Cholesterinwerte sind nicht gleich behandlungsbedürftig, zumal es nicht den einen Grenzwert für alle gibt. Ärzte verordnen erst dann einen Cholesterinsenker, wenn andere Risikofaktoren hinzukommen, beispielsweise Diabetes. Mit Abstand am häufigsten werden Statine verschrieben. Sinn und Zweck dieser Blockbuster-Medikamente ist es, Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verhindern.

Dass Millionen Menschen täglich Statine nehmen, findet Herzspezialist Laufs sinnvoll. Daten zeigen, dass das Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, durch Statine pro Jahr um ein Viertel reduziert wird. „Jeder verhinderte Herzinfarkt, jeder verhinderte Schlaganfall rechtfertigt die Prävention“, so Laufs,

Statine sind kein Antidemenzmittel

Die Sorge vor Nebenwirkungen hält er indes für unbegründet. Kein anderes Medikament sei so gut und so lange untersucht worden wie Statine und Schädigungen der Muskeln oder erhöhte Leberwerte seien extrem selten. „Tatsächlich können wir sagen, dass Statine sehr sicher sind und auch nach jahrzehntelanger Einnahme nicht an Wirksamkeit verlieren. Ihr Nutzen ist deutlich größer als ihr Risiko.“

Andererseits sind Statine auch keine Alleskönner. So wurde den Cholesterinsenkern kürzlich ein Schutz vor Demenz zugeschrieben. Gesunde Gefäße hätten zwar generell einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und auch auf die Gedächtnisfunktion, meint Ulirch Laufs. Aber: „Das Gehirn macht sein eigenes Cholesterin. Ein direktes Antidemenzmittel sind Statine daher nicht.“ 

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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