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03.07.2019

Eichenprozessionsspinner in Berlin gesichtet – Was tun?

In Berlin gibt es besonders viele Eichen. Gut für den Eichenprozessionsspinner, schlecht für den Baumbestand und die Bevölkerung. Die Raupennester sollten aber niemals eigenhändig entfernt werden. Diese Behörden helfen weiter.
Eichenprozessionsspinner, Gesundheitsamt

Haarige Angelegenheit: So sieht es aus, wenn Eichenprozessionsspinner einen Baum befallen

In Berlin und Brandenburg gibt es einen  hohen Eichenbestand. Die Standortbedingungen sind für die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners  also geradezu ideal. In diesem Jahr hängen die Raupen massenhaft an Eichenbäumen, wo sie die austreibenden Knospen und Blätter fressen. Nicht nur die Bäume leiden unter den Schädlingen. Die giftigen Brennhaare der Raupe lösen bei Menschen allergische Reaktionen aus. Wer dieser Tage also mit einem Hautausschlag, Quaddeln oder brennenden Augen zu tun hat, kam möglicherweise mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt.

Kühlende Umschläge lindern Juckreiz

Experten empfehlen kühlende Umschläge. Bei starkem Juckreiz können Cremes oder Gels mit Kortison und zusätzlich Antihistaminika in Tablettenform helfen. „Wenn Probleme beim Atmen oder im Auge auftreten, ist das kein Fall für die Selbstmedikation mehr“, sagt Dr. Hannes Müller, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer (ABDA). „Dann verweisen wir Apotheker an einen Arzt.“

Um sich zu schützen, sollte man befallene Bäume, meistens sind es Eichen, oder Waldgebiete möglichst meiden. Ist das nicht möglich, sollte man möglichst viel Haut bedeckt halten. Nach einem möglichen Kontakt mit den Raupenhaaren sollte man duschen, sich die Haare waschen und am besten mit einem Haarfön trocknen. Die Kleidung sollte umgehend gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden, rät der Apotheker. „Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig innen und außen gereinigt werden.“

 

Daran erkennt man Eichenprozessionsspinner

Und wie erkennt man Eichenprozessionsspinner? An seinem Namen. Der kommt nämlich von der Eigenart der Raupen, in langen Reihen hintereinander als Prozession den Baumstamm hinaufzuwandern, wenn sie auf Nahrungssuche gehen. Die Raupen bilden große Nester aus, in denen sie in Ansammlungen zusammenleben und sich auch dort gemeinsam verpuppen. Diese Nester kann man auch lange nach dem Falterschlupf noch in befallenen Eichen sehen.

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit rät, die Nester niemals zu berühren oder gar eigenständig zu entfernen. Die Entsorgung können nur Fachleute machen. Eine Liste mit Spezialbetrieben ist beim Berliner Pflanzenschutzamt einsehbar.

Im Zweifel das Gesundheitsamt verständigen

Sind Bäume in Nachbars Garten befallen, kann der zur Beseitigung des Eichenprozessionsspinners verpflichtet werden. Allerdings nur dann, wenn dadurch die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet ist. Im Streitfall kann das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden, das sich vor Ort einen Überblick verschafft. Stellen die Beamten eine Gefährdungslage fest, muss der Grundstückseigentümer die Schädlinge auf eigene Kosten beseitigen lassen. Macht er das nicht unverzüglich, wird das Gesundheitsamt die Beseitigung veranlassen, und zwar auf Kosten des Eigentümers.

Nester des Eichenprozessionsspinners im öffentlichen Raum können den bezirklichen Gesundheits- oder Grünflächenämtern gemeldet werden. Aber nicht alle Nester müssen auch beseitigt werden. Erst wenn Menschen gefährdet sind, müssen die Ämter handeln. 

Foto: © agrarmotive - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Prävention und Reha
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