. Deutsche Knochenmarkspenderdatei

DKMS: Alle 15 Minuten erhält ein Deutscher die Diagnose Leukämie

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei - DKMS hat schon mehr als 56.000 Leukämiekranken zu einer Stammzellspende verholfen. Zu ihrem 25-jährigen Bestehen kündigt die Organisation den Ausbau ihrer Aktivitäten an.
Ein bewegender Moment: Bei der DKMS-Feier am Freitag trafen Leukämiepatienten erstmals ihre Stammzellspender

Ein bewegender Moment: Bei der DKMS-Feier am Freitag trafen Leukämiepatienten erstmals ihre Stammzellspender

Weltweit erkrankt alle 35 Sekunden ein Mensch an Leukämie, in Deutschland bekommt alle 15 Minuten ein Patient die lebensbedrohliche Diagnose. Für viele von ihnen ist eine Stammzell- bzw. Knochenmarksspende die einzige Hoffnung, den Blutkrebs zu besiegen. In Deutschland vermittelt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) die lebensrettende Spende an erkrankte Erwachsene und Kinder. Bisher haben mehr als 56.000 Blutkrebspatienten so eine neue Überlebenschance erhalten, teilte die DKMS am Freitag auf einem Pressegespräch in Berlin mit.

Bei der DKMS sind über 6,3 Millionen Stammzellspender registriert

1991 wurde die DKMS als private Initiative von Dr. Peter Harf, dessen Frau an Leukämie verstorben war, und dem Hämatologen Prof. Gerhard Ehninger gegründet. Damals waren in Deutschland gerade mal 3.000 Menschen als potenzielle Spender erfasst. Heute sind insgesamt über 6,3 Millionen Stammzellspender in der Knochenmarkspenderdatei registriert, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, Großbritannien, Polen und Spanien. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens kündigte die DKMS nun den Ausbau ihrer Aktivitäten in weiteren Ländern an. „Wir haben in den vergangenen 25 Jahren viel erreicht. Aber wir sind längst nicht am Ende unserer Mission“, erklärte DKMS-Gründer Dr. Peter Harf bei einem Pressegespräch in Berlin. „Angesichts so vieler Patienten in Not müssen wir für jeden Blutkrebspatienten den passenden Spender finden oder ihm den Zugang zu Therapien ermöglichen, und das überall auf der Welt“, so Harf.

Um für jeden Leukämiekranken einen passenden Spender zu finden, müssen möglichst viele Menschen in der Datei registriert sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Spender und der Empfänger aus demselben Land stammen. Hauptsache die HLA-Merkmale (Humanen Leukozyten-Antigene) stimmen möglichst weitgehend überein. Rund 20 transplantierte Patienten und ihre Stammzellspender hatten am Freitag zum ersten Mal die Gelegenheit, sich bei der Jubiläumsfeier der DKMS kennenzulernen. Einige von ihnen waren aus den USA, UK, Polen, Russland, Chile, Kroatien und Aserbaidschan angereist.

Neues Logo: Wir besiegen Blutkrebs

„Stillstand kostet Menschenleben. Deshalb streben wir nach einer Zukunft mit mehr Menschen, die den Blutkrebs besiegen“, bekräftigten die DKMS-Geschäftsführer Dr. Alexander Schmidt und Sandra Bothur im Berliner Pressegespräch am Freitag. Gemeinsam mit Moderator Markus Lanz präsentierten die beiden das neue Logo der DKMS mit dem Slogan „Wir besiegen Blutkrebs“ (We delete Blood Cancer).

Dieses selbstbewusste Ziel verfolgt die DKMS nicht nur mit ihrer Knochenmarksspenderdatei, sondern auch durch Forschungsförderung. Außerdem geht der heutige World Blood Cancer Day (WBCD) auf die Initiative zurück. Damit möchte die DKMS Menschen in aller Welt dazu aufzurufen, ein Zeichen gegen Blutkrebs zu setzen.

Foto: DKMS 

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik , Berlin
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