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16.10.2016

Divertikulose nicht immer behandlungsbedürftig

Darmdivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand. Oft sind sie harmlos. Doch bei Entzündungen und blutigem Stuhl sollte die Divertikulose behandelt werden.
Divertikulose: Keine Verbindung zu Darmkrebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bekannt

Divertikulose: Keine Verbindung zu Darmkrebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bekannt

Jeder Dritte hat sie im Darm: Kleine Divertikel. Meist verursachen sie keine Beschwerden und sind harmlos. Aus diesem Grund bleiben sie oft lange unbemerkt und werden zufällig entdeckt, etwa bei einer Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge. Treten viele dieser Ausstülpungen auf spricht man von einer Divertikulose. Aber selbst die muss nicht immer behandelt werden. „Eine Therapie ist meist erst notwendig, wenn sich die Divertikel entzünden oder andere Beschwerden auftreten“, sagt Prof. Dr. Thomas Frieling von der deutschen Gastro-Liga. Bei nur leichten Beschwerden könne bereits eine Umstellung der Ernährung auf flüssige oder leichte Kost die Beschwerden lindern. Die Therapie sollte aber unter ständiger ärztlicher Kontrolle erfolgen, meint der Experte.

Symptome einer Divertikulose

Beschwerden äußern sich durch Bauchschmerzen, Krämpfe, Stuhlgangbeschwerden, blutigen Stuhl und Fieber.  In schwerwiegenderen Fällen, etwa wenn Blutungen oder Entzündungen auftreten, ist eine Therapie mit Antibiotika indiziert. Manchmal kann sogar eine Behandlung im Krankenhaus notwendig werden. Zu den Komplikationen einer Divertikulose gehört die Darmperforation. In diesen Fällen muss der divertikeltragende Darmabschnitt meist operativ entfernt werden. „Eine Operation kommt auch dann in Betracht, wenn langfristig Engstellen entstanden sind oder chronisch wiederkehrende Entzündungsschübe die Lebensqualität auf Dauer beeinträchtigen und sich nicht ausreichend mit herkömmlichen Therapiemethoden bewältigen lassen“, erklärt Frieling.

 

Kein Darmkrebsrisiko

Viele Patienten sorgen sich, dass Darmdivertikel die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Doch hier geben Experten Entwarnung: „Darmdivertikel haben in der Regel keinen Einfluss auf die Entstehung oder den Verlauf anderer Magen-Darm-Erkrankungen wie Darmkrebs oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, sagt Prof. Ludger Leifeld, Gastroenterologe am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim. „Behandelnde Ärzte müssen deshalb verschiedene Beschwerdeursachen klar voneinander trennen.“

Fragen zu Darm-Divertikeln und zur Divertikulose beantwortet die Gastro-Lia am Samstag, den 5. November im Rahmen des Magen-Darm-Tages unter der Telefonnummer +49-641-97481-0

Foto: © ALDECAstudio - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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