. Herzwochen

Diese Ernährung hält Herz und Gefäße gesund

Ob mediterrane Diät oder New Nordic Diet: Nicht einzelne Lebensmittel entscheiden, ob wir gesund bleiben, sondern ganze Ernährungsmuster. Epidemiologische Studien zeigen enorme Effekte auf Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere akute Herz-Kreislauf-Ereignisse.
Ernährung und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden

Ernährung und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden. Gut sind mediterrane Diät oder New Nordic Diet

Ernährung hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit. So zeigen große epidemiologische Studien, dass durch die mediterrane Diät oder New Nordic Diet das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere akute Herz-Kreislauf-Ereignisse deutlich gesenkt wird. Auch das Risiko für einen Typ II Diabetes wird dadurch minimiert.

Es braucht keine Superfoods, um sich gesund zu ernähren

Beide „Diäten“ setzen auf viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Salat, Obst, Fisch und Vollkornprodukte. In der mediterranen Küche wird außerdem viel Olivenöl verwendet, die nordländische Diät umfasst zudem regionale Produkte wie Wurzelgemüse, Wildkräuter, Beeren, Pilze oder Nüsse. Bei beiden Ernährungsformen fällt auf, dass schlechte Fette wie Margarine, Zucker, Salz und Alkohol weitgehend vom Speiseplan gestrichen wurden, ebenso industriell vorgefertigte Lebensmittel. Auch Fleisch kommt nur in geringen Maßen vor.

„Präventive Ernährung funktioniert nicht über einzelne Nahrungsbestandteile oder vermeintliche Superfoods, sondern über Ernährungsmuster“, sagt die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung /DGEM). Mit anderen Worten: Wer grundsätzlich gesund ist, kann sich auch mal eine Tafel Schokolade leisten. Wer sich dagegen überwiegend von Fast Food oder Grillfleisch ernährt, der wird auch mit einem Apfel zwischendurch das Blatt nicht wenden können.

 

(Ess-) Gewohnheiten sind schwer zu brechen

Doch vielen fällt es schwer, gewohnte Ernährungsmuster umzustellen. Hinzukommt, dass ein gesunder Lebensstil ein Gesamtpaket ist, das auch Bewegung und Rauchverzicht umfasst.„Was einen gesunden Lebensstil ausmacht, dürfte mittlerweile nahezu jedem bekannt sein“, sagt Bosy-Westphal. Wie gut der Einzelne diese Empfehlungen umsetzen kann, hängt jedoch stark von seiner Motivation und seinen Lebensumständen ab.“

Selbst nach einem Herzinfarkt tun sich viele Menschen häufig schwer, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Bosy-Westphal: „Es ist bekannt, dass Infarktpatienten die während der Rehabilitation geübten präventiven Verhaltensmuster umso eher beibehalten, je engmaschiger sie im Anschluss ärztlich und therapeutisch begleitet werden. Auf sich selbst gestellt verfallen sie dagegen schnell wieder in alte Routinen.“

Nach Ansicht der Ernährungsexpertin vom Universitätsklinikum Kiel ist es umso wichtiger, gesunde Ernährungsweisen bereits in Kindergarten und Schule einzuüben. Auch Maßnahmen wie die Kennzeichnung und Verteuerung ungesunder Lebensmittel könnten dazu beitragen, das Ernährungsverhalten langfristig zu verbessern. „Fest steht, dass Ernährung und Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind und eine ausgewogene Kost lebensverlängernd wirken kann“, so Bosy-Westphal.

Gewichtszunahme im Lockdown

Dass auch die aktuelle Pandemie Einfluss auf Ernährung und Lebensstil hat, zeigt eine große Befragungsstudie. Danach hat im ersten Lockdown rund jeder vierte Bundesbürger an Gewicht zugelegt, bei jedem fünften waren es sogar mehr als drei Kilo. Als Gründe wurden mehr Stress und Bewegungsmangel unter Corona-Bedingungen angegeben - unabhängig ob im Home Office gearbeitet wurde oder nicht.

Professor Dr. Diana Rubin, Leiterin des Vivantes Zentrums für Ernährungsmedizin in Berlin meint, in der Krise könne auch eine Chance stecken: „Wer mehr Zeit zu Hause verbringt, kann die Gelegenheit nutzen, um sich öfter aus frischen Zutaten selbst etwas zu kochen, sagt sie. Auch rät die Ernährungsexpertin dazu, sich bereits morgens etwas Rohkost auf den Schreibtisch zu stellen, um aufkeimende Snack-Lust auf gesunde Art zu stillen. Gesunde Ernährung fange außerdem schon beim Einkauf an: „Wer nichts Süßes im Haus hat, der isst es auch nicht.“

Foto: © Adobe Stock/Kaspar Grinvalds

Autor: ham
Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ernährung

| Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann nicht nur vor Krankheiten schützen. Wissenschaftler konnten nun nachweisen, dass eine healthy diet auch den Alterungsprozess der Zellen verlangsamt. Am deutlichsten war das bei Frauen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Die EU-Kommission hat eine wichtige koordinierende Funktion zwischen den EU-Mitgliedsstaaten in der Coronakrise. So hat beispielsweise die EU Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 für alle Mitgliedsstaaten bestellt. Über die Rolle der EU in der Corona-Pandemie, die Diskussion um Grenzschließungen und die gemeinsame Impfstoffbeschaffung der EU sprach Gesundheitsstadt Berlin in einem Podcast mit dem langjährigen Mitglied des Europäischen Parlaments, Elmar Brok.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.