Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.01.2021

Die Kunst, nach dem Abnehmen auch schlank zu bleiben

Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.
Frau in Sportkleidung auf Waage - rechte Hand: Schale mit Süßgebäck, linke Hand: Schale mit Salat.

Regelmäßig Sport treiben, sich gesund und vielfältig ernähren, Junk Food und Versuchungen zwischen möglichst widerstehen: So kann man auf Dauer sein Gewicht halten.

Gerade mal zwei Wochen ist das neue Jahr alt. Und wahrscheinlich haben Sie sich für 2021 allerhand gute Vorsätze gefasst. Erinnern Sie sich noch? Jetzt ginge es darum, wirklich mal ernst zu machen. Unter den Top Ten der Neujahrsvorsätze finden sich Dinge wie „mehr Zeit für die Familie haben“, „umweltbewusster leben“ und „regelmäßig(er)zur Gesundheitsvorsorge gehen“. Aber mit Abstand ganz oben stehen „sich gesünder ernähren“ mit 31 und „(mehr) Sport treiben“ mit 30 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Studie des Statistikportals „Statista“. Diese beiden Vorsätze in Kombination und konsequent durchgehalten, gelten als das wirksamste Mittel, das Körpergewicht nachhaltig und erfolgreich in einem gesunden Rahmen zu halten. Abnehmen – das schaffen viele noch. Aber das erkämpfte Gewicht dann auf Dauer halten: Obwohl das leichter klingt, gilt das als die in Wahrheit größere Kunst.

Nach dem Abnehm-Erfolg: Lust auf tückische Belohnungen

Jeder Fünfte sieht laut Statista nach den Feiertagsgelagen die Notwendigkeit abzuspecken. „Hat man erfolgreich abgenommen, entsteht häufig das Gefühl, wieder lockerlassen, sich belohnen oder nach der Phase des Verzichts sogar mal über die Stränge schlagen zu dürfen", sagt Arved Weimann, Adipositas-Experte und Chefarzt am Klinikum St. Georg in Leipzig, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau". Und das zeigt sich dann auch auf der Waage. Doch wie lässt sich dieser Jo-Jo-Effekt nach einer erfolgreichen Diät verhindern?

 

Abwechslungsreich essen: Kein Gefühl von Verzicht

Sport hilft zwar dabei, den Energieverbrauch zu erhöhen, ist beim Abnehmen und Gewichthalten aber kein Allheilmittel. Viel wichtiger ist es, die Lebensgewohnheiten hin zu gesunder Ernährung umzustellen – und zwar dauerhaft. Dazu gehört es zum Beispiel, möglichst abwechslungsreich zu essen, damit nicht das Gefühl entsteht, man müsste auf etwas verzichten. „Eine vollwertige Mischkost kennt keine guten oder schlechten Lebensmittel. Wichtig ist vielmehr die richtige Zusammenstellung“, heißt es in einer Empfehlung der Techniker Krankenkasse (TK).

Drei Strategien, um sein Körpergewicht auf Dauer zu halten

1. Hochwertige, unverarbeitete Lebensmittel verwenden: Statt Fertigpizza, Industrieleberwurst oder Pulversuppen mit Salz und Zusatz-, Farb- und Konservierungsstoffen sich lieber die Mühe machen, selbst zu kochen. Beim Einkaufen die Auswahl, für das, was der Bauch hinterher verdauen muss, selbst und bewusst zu treffen. „Wer zu unverarbeiteten, hochwertigen Lebensmitteln greift und diese selbst zubereitet, kann nicht viel falsch machen“, raten die Experten der Apotheken Umschau.

2. Intervallfasten: Dabei verzichtet man zwölf bis 16 Stunden am Stück - die Nacht wird mitgezählt - auf Mahlzeiten. „Es ist besser, den Rhythmus des Essens umzustellen, als nur auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten", sagt der Mediziner Weimann.

3. Drei Mahlzeiten – und keine Snacks zwischendurch: Als eine erfolgversprechende Strategie gilt auch, möglichst nur drei Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen und dazwischen nicht zu snacken. „Nur wer seinem Blutzuckerspiegel die Chance gibt zu sinken, kann abnehmen. Die Fettzellen öffnen sich erst, wenn der Insulinwert niedrig ist.“

Hilfreich: Gesunde Fette, Eiweiß, Ballaststoffe

Auch wenn grundsätzlich gilt: Lieber den Essrhythmus umstellen, als nur auf bestimmte Lebensmittel verzichten: Bestimmte Produkt- und Nährstofftypen sind hilfreich, andere sind es nicht. Als sättigend gelten beispielsweise Eiweiß und (gesundes, pflanzliches) Fett. Lebensmittel ohne oder mit extrem wenig Kohlenhydraten wie Fleisch, Fisch, Fette und Öle beeinflussen den Blutzucker höchstens indirekt. Ballaststoffe haben keine Kalorien, machen aber trotzdem satt.

Schlank bleiben: Die Nahrungsmittel-Tabuliste

Als Tabus dagegen gelten unter anderem folgende Nährstoffe oder Produktarten. Sie treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe und in der Folge die Ausschüttung des blutzuckerregulierenden Hormons Insulin. Das hat die Aufgabe, Zucker aus dem Blut zu entfernen, und führt zu dessen Einlagerung in den Speicherzellen in Form von Körperfett.

  • Weißmehlprodukte (Weißbrot, Toast)
  • Weißer Reis
  • Traubenzucker, Haushaltszucker
  • Getränke mit hohem natürlichem Zuckergehalt oder Zuckerzusatz
    (Limonaden, Cola, Fruchtsäfte)
  • Süßigkeiten
  • Fertigprodukte

Foto: AdobeStock/asdf

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Blutzucker , Insulin , Ernährung , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundes Körpergewicht

17.06.2020

Vegetarier sind schlanker als Fleischesser. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in einer großangelegten Studie festgestellt. Ob der geringere Body-Mass-Index von der Ernährung abhängt oder von einem generell gesünderen Lebensstil, bleibt aber Spekulation.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin