. Aortenklappenersatz

"Die 100 sind erreicht"

Im April 2009 wurde im Hybrid-Operationssaal des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) der einhundertste Herzklappenersatz durchgeführt. Dies ist die höchste Fallsteigerungsrate innerhalb eines Jahres im Bezug auf das schonende Hybrid-Verfahren, das vor allem Hochrisikopatienten zuteil wird. Der Hybrid-OP ging vor einem Jahr in Betrieb.
„Die 100 sind erreicht“

Der Hybrid-OP im Deutschen Herzzentrum Berlin

Der 100. Aortenklappenersatz im hochmodernen Hybrid-Operationssaal des Deutschen Herzzentrums Berlin - dem ersten in Berlin - wurde vor wenigen Wochen an einem 81jährigen Patienten aus Berlin durchgeführt. "Die 100 sind erreicht", sagte Prof. Roland Hetzer, Ärztlicher Direktor des DHZB, anschliessend auf einer Pressekonferenz. "Und das in nur einem Jahr."

Hybrid-Verfahren: für wen bietet es Vorteile

Das Hybrid-Verfahren bietet vor allem Hochrisikopatienten wie Betagte, Voroperierte oder durch Vorerkrankungen stark geschwächte Patienten viele Vorteile. Bei diesem katheterunterstützen Eingriff ist weder die chirurgische Eröffnung des Brustkorbs noch der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine notwendig. Der Patient erholt sich schnell und ist wieder altersentsprechend leistungsfähig.

Während man bei jüngeren Patienten einen Aortenklappenersatz der schlussunfähigen oder verengten Aortenklappe im Rahmen einer offenen Herzoperation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine vornehmen würde, kann dieser komplikationsarme Routineeingriff für den Organismus des alten Menschen sehr belastend sein. Für Risikopatienten kommt das schonendere, neue Hybrid-Verfahren infrage, bei dem chirurgische Operations- und kardiologische Kathetertechniken kombiniert werden.

 

Aortenklappen-Ersatz: so funktioniert die Operation

"Durch einen kleinen Schnitt in die Leiste oder nahe der Herzspitze unterhalb der linken Brustwarze wird ein spezieller Ballonkatheter bis zur defekten Herzklappe vorgeschoben", berichtet Prof. Roland Hetzer. "Der Ballon drückt die verkalkte Herzklappe in die Gefässwand hinein und schafft Platz für die neue Herzklappe. Diese befindet sich zusammengefaltet in einem zweiten Spezialkatheter. Der Katheter spreizt die gefaltete Klappe im Herz auf und wird anschliessend aus dem Gefäss entfernt. Das Herz besitzt wieder eine funktionsfähige Klappe." Künstliche Herzklappen sind Prothesen aus Kunststoff oder biologischem Material vom Kalb oder Schwein. Das DHZB führt pro Jahr mehr als 600 Herzklappenersatz-Operationen durch.

Die international bekannte Hochleistungsklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, Transplantationen und Kunstherzimplantationen investierte rund 1,1 Millionen Euro in Deutschlands derzeit modernsten Hybrid-Operationssaal. Der OP verfügt über eine hoch innovative technische Ausrüstung, insbesondere bei der intraoperativen Bildgebung. Neben dem Herzklappenersatz erlaubt der Hybrid-OP die Behandlung von Aortenaneurysmen, komplexen angeborenen Herzfehlern oder von speziellen Fällen koronarer Herzerkrankungen.

 

Weitere Nachrichten zum Thema Herz

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Verzweifelte Eltern, Kinder, die zunehmend rastloses Verhalten zeigen, eine deutliche Zunahme häuslicher Gewalt: All das sind Folgen der Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie. Kinder- und Jugendärzte fordern nun, die Schulen so schnell wie möglich wieder umfassend zu öffnen.
Die Corona-Pandemie hat die USA besonders hart getroffen. Über die Situation in New York, die Vorhersage von COVID-19 Krankheitsverläufen mittels modernster IT sowie Künstlicher Intelligenz am New Yorker Krankenhausverbund Mount Sinai sowie die gesellschaftspolitischen Folgen der Pandemie für das amerikanische Gesundheitssystem hat Gesundheitsstadt Berlin mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, Professor für Digital Health am Hasso Plattner Institut in Potsdam, einen Podcast durchgeführt.
 
 
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.