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13.07.2009

Diagnose kommt häufig zu spät

Das Lungenkarzinom ist die führende Krebstodesursache in Berlin. Trotz moderner Diagnostik befinden sich zum Zeitpunkt der Diagnosestellung 70 Prozent der Patienten in einem nicht heilbaren Zustand. Als besorgniserregend bezeichnen Experten den steigenden Nikotinkonsum bei Frauen und das Wasserpfeifenrauchen bei Jugendlichen.
Diagnose kommt häufig zu spät

Foto: © seedo/ PIXELIO

Auch deutschlandweit stellt das Lungenkarzinom mit Abstand die häufigste Krebstodesursache dar. Bei 46.000 Neuerkrankungen sterben jährlich in Deutschland mehr als 40.000 Menschen daran. Laut Krebsregister 2002 werden durch Lungenkrebs 15 Prozent aller Krebsneuerkrankungen, aber 26,3 % aller Krebstodesfälle verursacht. Grund für die hohe Sterblichkeit ist, dass die Diagnose zu spät gestellt wird. Nur 30 Prozent aller Patienten befinden sich bei Diagnosestellung noch in einem operablen Stadium. Lungenkrebs ist in Deutschland weiterhin die dritthäufigste Krebserkrankung.

Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs ist das Rauchen. Während Lungenkrebs bei Männern rückläufig ist, steigt er bei Frauen an. Der Grund: Frauen rauchen häufiger und beginnen früher damit als noch vor wenigen Jahrzehnten. obwohl seit 1999 die Zahl der Raucher in Berlin insgesamt rückläufig ist.

"Der zeitlich versetzte Anstieg des Nikotinverhaltens von Frauen und die hieraus resultierende Zunahme von Lungenkarzinomen sind wissenschaftlich belegt", sagt Dr. Gunda Leschber, Chefärztin der Thoraxchirurgischen Klinik an der Evangelischen Lungenklinik Berlin. "Besorgniserregend ist die zunehmende Verbreitung von Wasserpfeifenrauchen bei Jugendlichen, das als Einstiegsdroge zum Tabakkonsum derzeit noch verharmlost wird, obwohl dabei die Aufnahme kanzerogener Substanzen deutlich verstärkt ist."

Im Gegensatz zu anderen Tumorerkrankungen seien in den vergangenen Jahrzehnten keine wesentlichen oder gar bahnbrechenden Behandlungserfolge erreicht worden, berichtet Leschber. Durch moderne Therapiekonzepte, die multimodal wirken, d. h. Chemotherapie, Operation und Strahlentherapie kombinieren, werde versucht, hier eine Trendwende einzuleiten. Ebenfalls in der Erprobung seien neuartige Krebsimpftherapien.

Arbeit der Projektgruppe "Lungenkarzinom" des Tumor Zentrums Berlin e. V.

2006 hat sich beim Tumor Zentrum Berlin e. V. eine Projektgruppe "Lungenkarzinom" konstituiert, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf eine Vereinheitlichung der Behandlungsstandards in Berlin hinzuwirken. Derzeit erarbeitet die Projektgruppe u. a. ein "Qualitätshandbuchs Lungenkarzinom", das nicht nur den beteiligten Kliniken, sondern auch den weiterbehandelnden Ärzten und darüber hinaus den Patienten (gewährleistet durch die Beteiligung einer Vertreterin der Selbsthilfegruppe) Hilfestellung geben soll. Nach einer Probephase soll das Qualitätshandbuch für alle offen auf der Homepage des Tumor Zentrums Berlin e. V. abzurufen sein.

 

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