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Diabetesmittel hilft offenbar beim Abnehmen

Der Wirkstoff Semaglutid soll in Kürze zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen werden. Er könnte aber auch beim Abnehmen helfen. Eine Studie aus England und Dänemark fand heraus, dass das Diabetesmittel ein regelrechter Appetitzügler ist.
Der Wirkstoff Semaglutid senkt den Blutzucker und offensichtlich auch den Appetit

Der Wirkstoff Semaglutid senkt den Blutzucker und offensichtlich auch den Appetit

Semaglutid gehört zur Substanzklasse der sogenannten Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) Agonisten. Schon bald könnte der Wirkstoff aufgrund seiner blutzuckersenkenden Eigenschaften zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen werden. Doch der Wirkstoff scheint wie andere GLP-1 Agonisten noch eine weitere Eigenschaft zu besitzen: Er zügelt den Appetit und hilft so beim Abnehmen.

Ob Semaglutid stark übergewichtigen Menschen helfen kann, ihr Gewicht zu reduzieren, haben nun Forscher aus Großbritannien und Dänemark in einer Studie untersucht. Das Ergebnis: Ja, er kann.

Nach drei Monaten fünf Kilo verloren

Wie die Forscher im Journal of Diabetes, Obesity and Metabolsim berichten, wiesen die mit Semaglutid behandelten Teilnehmer gegenüber der Kontrollgruppe eine größere Reduktion des Appetits und weniger Verlangen nach Essen auf. Die Kontrolle ihres Essverhaltens sei besser gewesen und sie hätten weniger Appetit auf fettreiches Essen gehabt. Im Ergebnis nahm die Semaglutid-Gruppe 24 Prozent weniger Kalorien am Tag auf als die Placebo-Gruppe. Nach zwölf Wochen Behandlung hatten die Patienten in der Semaglutid-Gruppe durchschnittlich fünf Kilogramm abgenommen, dabei hauptsächlich Körperfett.

In die Studie waren 30 Personen mit starkem Übergewicht (Body Mass Index (BMI) > 30) eingeschlossen, die entweder drei Monate lang einmal wöchentlich den Wirkstoff Semaglutid unter die Haut gespritzt bekamen oder aber ein Scheinmedikament erhielten. Die Dosis von Semaglutid lag anfänglich bei 0,25 mg und wurde bis zum Ende der Studie auf 1,0 mg erhöht.  Manko der Studie: Mit nur 30 Teilnehmern war sie sehr klein. Um diese Ergebnisse zu untermauern, werden nun Studien mit größeren Teilnehmerzahlen benötigt.

In Deutschland ist jeder zweite zu dick

Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Als fettleibig bzw. adipös gilt nahezu jeder vierte, bei Frauen sind es 23,3 und bei Männern 23,9 Prozent. Von Adipositas spricht man ab einem BMI von mindestens 30 kg/m2. Dieses Kriterium hatten die Studienteilnehmer erfüllt.

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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