Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Diabetes: Warum jedes Kilo zählt

Dienstag, 24. April 2018 – Autor:
Übergewicht ist ein Hauptrisikofaktor für Diabetes Typ II. Schon jedes einzelne Kilo weniger macht einen großen Unterschied, sagen Mediziner.
Diabetiker profitieren von Gewichtsabnahme

Diabetiker profitieren von Gewichtsabnahme – Foto: ©photo 5000 - stock.adobe.com

Wenn wir zuckerkrank werden, hat das sehr oft etwas mit dem Körperfett zu tun. Übergewicht verschlechtert nämlich die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Darum gehört zur Firstline Therapie des Diabetes II die Gewichtsabnahme. Dabei wirkt sich offenbar schon ein geringer Gewichtverlust positiv auf die Gesundheit aus. "Jedes einzelne Kilogramm macht einen Unterschied", betont Diabetologe Dr. Hans-Martin Reuter aus Jena im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber". Er fügt hinzu:  "Verliert ein übergewichtiger Mensch fünf Prozent seines Gewichts, reicht das bereits, um Stoffwechsel und Gesundheit positiv zu beeinflussen."

Fett macht Zellen gegen Insulin resistent

Das geringere Gewicht bewirkt, dass das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse wieder besser wirken kann – und die Zuckerwerte sinken. Nach Auskunft des Diabetologen kommen viele Typ-2-Diabetiker dann mit weniger Medikamenten aus. „Zugleich schwindet mit jedem Kilogramm Körpergewicht auch das gesundheitsschädliche Bauchfett, das sich bei den meisten übergewichtigen Typ-2-Diabetikern vor allem in der Leber ansammelt“ sagt Reuter.  "Außerdem sinken Blutdruck und Blutfettwerte."

Allerdings ist Abnehmen gar nicht so einfach. Das weiß auch Reuter und empfiehlt, dies in kleinen Schritten zu tun. „Abnehmen ist ein Langzeitprogramm: Kleine Schritte über einen längeren Zeitraum haben mehr Erfolg als eine schnelle Diät“, so der Mediziner im Diabetes Ratgeber.

 

In kleinen Schritten abnehmen

Spare man täglich 250 Kilokalorien ein – würde das am Ende des Monats ein Kilo weniger auf der Waage bedeuten. "In einem Jahr können Sie fünf bis zehn Prozent Ihres Gewichts also gut abbauen - ohne das Gefühl, ständig auf etwas verzichten zu müssen." Diabetikern empfiehlt er eine Ernährungsberatung.

Wer ungern verzichtet, kann sich dafür mehr bewegen, beispielsweise nach dem Abendessen spazieren gehen oder mit dem Rad zur Arbeit fahren. Bewegung verbrennt Kalorien und somit Zucker. Menschen die damit beginnen, verbessern damit nicht nur ihre Zuckerwerte, sondern haben oft dann auch weniger Appetit.

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Die Charité bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Dekan: Der Fakultätsrat wählte am Mittwoch den Endokrinologen Joachim Spranger in das Amt. Der amtierende Dekan, Axel Radlach Pries, legt sein Amt aus persönlichen Gründen zum Jahresende nieder.


 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin