. Concord 2 Studie

Deutschland hat mit die höchsten Krebs-Überlebensraten

Deutschland liegt bei den Krebs-Überlebensarten im internationalen Vergleich weit vorne, ist aber nicht bei allen Krebserkrankungen Spitze. Dass es weltweit enorme regionale Unterschiede beim Krebsüberleben gibt, zeigt die soeben veröffentlichte Studie Concord 2.
Deutschland hat mit die höchsten Krebs-Überlebensraten

5-Jahresüberleben bei Krebs: Die Concord 2 Studie bescheinigt Deutschland einen guten Platz

Der Unterschied könnte krasser kaum sein: Kinder mit einer Akuten Lymphoblastischen Leukämie (ALL) haben in Deutschland, Österreich, Belgien, Norwegen und Kanada eine Überlebenswahrscheinlichkeit von über 90 Prozent. Erkranken hingegen Kinder in Jordanien, Lesotho, Tunesien, Indonesien oder der Mongolei an einer ALL, überleben nur zwischen 16 und 50 Prozent. Diese und andere regionale Unterschiede bei den 5-Jahres-Überlebensraten offenbart die Concorde 2 Studie. 500 internationale Wissenschaftler hatten dafür Daten von rund 25,7 Millionen erwachsenen Krebspatienten aus 67 Ländern ausgewertet, die an einer der zehn häufigsten Krebsarten erkrankt sind. Außerdem wurden die Daten von 75.000 leukämiekranken Kindern analysiert.

Krebs-Überlebensrate: Bei Darmkrebs könnte Deutschland noch besser sein

„Deutschland findet sich im internationalen Vergleich zwischenzeitlich unter den Ländern mit den höchsten Überlebensraten“, kommentiert Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum die Studienergebnisse. Weit vorne liegt Deutschland etwa bei Darmkrebs. Hier leben 60 Prozent der Patienten nach fünf Jahren noch. Doch in anderen Ländern sind es noch ein wenig mehr: Aus Israel und Ecuador werden für Darmkrebs 68 Prozent gemeldet. „Die Zahlen in Deutschland könnten noch besser ausfallen, wenn mehr Menschen die Möglichkeit zur Früherkennung wahrnehmen würden“, meint Krebsdatenforscher Brenner.

Bei Brustkrebs ist Deutschland mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 85 Prozent ebenfalls sehr gut, Frankreich und Finnland sind mit 87 Prozent aber noch etwas besser. Russland schneidet bei Brustkrebs ebenso wie bei Darmkrebs im europäischen Vergleich am schlechtesten ab.

Ein deutliches Gefälle gibt es dagegen bei Magenkrebs. Hier liegt Europa mit einer 5-Jahres-Überlebensraten unterhalb von 20 Prozent weit hinter Korea und Japan zurück, wo 58 bzw. 54 Prozent der Magenkrebspatienten nach fünf Jahren noch leben. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Ergebnis mit der früheren Diagnose und der radikaleren Operationstechnik in diesen Ländern zusammenhängt.

Kaum regionale Unterschiede gibt es bei Leber- und Lungenkrebs. Diese beiden Krebsarten haben mit 5-Jahres-Überlebensraten von weniger als 20 Prozent die schlechteste Prognose unter den zehn untersuchten Krebsarten. Verglichen wurden Tumore im Magen, Dickdarm, Enddarm, Leber, Lunge, Brust, Gebärmutterhals, Eierstock, Prostata sowie Leukämie.

In Deutschland ist ein steiler Trend nach oben erkennbar

Aus den Daten ist ein deutlicher Trend abzulesen: In Deutschland geht es mit den 5-Jahres-Überlebensarten kontinuierlich bergauf. Vergleicht man „heute“ mit den 1990er Jahren hat sich das Überleben bei Darmkrebs von 50 auf 60 Prozent erhöht, bei Leberkrebs von 6,5 auf 14,4 Prozent und bei Lungenkrebs sind die Überlebensarten von 11,6 auf 16,2 Prozent gestiegen. Die Concorde-2 Studie hat allerdings nur Daten von 1995 bis 2009 herangezogen. Was sich in den letzten fünf Jahren getan hat, bleibt offen.

Foto: © Rawpixel - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin

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